„Ich sollte eigentlich sterben“Emilia Clarke spricht über jahrelange Todesangst
Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges erleidet Emilia Clarke vor einigen Jahren eine schlimme Hirnverletzung. Es ist nicht sicher, ob sie das Aneurysma überlebt. Eine Notfall-OP rettet sie schließlich. Nun spricht die Schauspielerin über eine schwere Zeit, die sie überstehen musste.
Emilia Clarke war gerade dabei, ihren Durchbruch zu erleben, als ihr Körper sie beinahe aufgab. Kurz nach dem Ende der Dreharbeiten zur ersten Staffel von „Game of Thrones“ kollabierte die Schauspielerin in einem Londoner Fitnessstudio. Sie hatte eine Hirnblutung erlitten. Im Podcast „How To Fail with Elizabeth Day“ hat Clarke nun ungewohnt offen über diesen Teil ihres Lebens gesprochen.
„Das Nächste, womit ich es vergleichen kann, ist: Stell dir vor, ein Gummiband schnappt um dein Gehirn“, sagte sie. „Dieser irrsinnige Druck.“ Clarke erinnert sich, wie sie sich zum Badezimmer schleppte und sich vor Schmerzen erbrach. In diesem Moment habe sie gespürt, dass etwas fundamental falsch war. Was sie jedoch am meisten beschäftigte, war nicht die eigene Unversehrtheit – sondern die Angst, die gerade errungene Traumrolle zu verlieren. „Ich schämte mich so sehr, dass das passiert war. Ich hatte Angst, die Leute, die mich engagiert hatten, könnten mich für schwach halten“, sagte Clarke. Die Showrunner weihte sie ein, alle anderen nicht.
Jahre später, während Clarke für ein Broadway-Stück in New York probte, schlug das Schicksal ein zweites Mal zu. Ein zweites Aneurysma, das Ärzte bei der Behandlung der ersten Blutung entdeckt hatten, musste operiert werden. Die OP verlief nicht wie geplant. „Meine Eltern warteten draußen, und die Ärzte kamen alle halbe Stunde und sagten: ‚Wir glauben, sie wird sterben'“, erinnerte sich Clarke. Nach diesem Eingriff habe sie emotional einfach abgeschaltet. „Wenn du eine Hirnverletzung hast, bewegst du dich anders durch die Welt. Du wirst sehr sensibel.“
Was sie besonders quälte, war die Überzeugung, dem Tod nur zufällig entkommen zu sein. „Ich war einfach überzeugt, dass ich den Tod betrogen hatte und dass ich eigentlich sterben sollte. Jeden Tag, das war alles, woran ich denken konnte.“ Trotzdem stand sie kurz nach einer der Operationen auf der San Diego Comic-Con vor Tausenden Fans. Ihr damaliger Gedanke: „Wenn ich sterben werde, dann live im Fernsehen.“
Mit sich selbst war Clarke in jener Zeit wenig gnädig. „Ich habe mich nicht um mich gekümmert. Ich habe mir keine Gnade gegeben.“ 2019 gründete sie gemeinsam mit ihrer Mutter die Hilfsstiftung SameYou für Hirnverletzungsbetroffene. Gegenüber dem „Big Issue“ sagte Clarke 2024: „Eines der größten Gefühle, die ich mit einer Hirnverletzung hatte, war, tiefgreifend allein zu sein. Das ist es, was wir zu überwinden versuchen.“
