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Politik

WHO stuft Hantavirus-Risiko weiter als gering ein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 18.05.2026 • 10:05 Uhr

Vor Beginn ihrer Jahresversammlung in Genf stuft die WHO das Risiko durch das Hantavirus weiter als gering ein. Das Kreuzfahrtschiff, auf dem das Virus ausgebrochen war, wird heute in Rotterdam erwartet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das Risiko durch den Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ weiterhin als niedrig ein. „Das Risiko für die öffentliche Gesundheit wurde auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Informationen neu bewertet und das globale Risiko bleibt gering“, erklärte die WHO vor Beginn ihrer jährlichen Tagung in Genf.

Zwar könnten bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die vor der Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen Kontakt mit dem Virus hatten, weitere Fälle auftreten. Das Risiko einer Weiterverbreitung dürfte nach dem Verlassen des Schiffs und der Umsetzung von Kontrollmaßnahmen aber sinken, hieß es weiter. Die Lage werde weiter genau beobachtet.

Die WHO kommt heute in Genf zu ihrer Jahrestagung zusammen. Die sogenannte Weltgesundheitsversammlung ist das wichtigste Entscheidungsgremium der WHO.

„Hondius“ wird in Rotterdam erwartet

Die vom niederländischen Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions betriebene „Hondius“ wird heute nach Behördenangaben im niederländischen Hafen Rotterdam anlegen. Dort sollen die 27 noch an Bord verbliebenen Menschen das Schiff verlassen. Es handelt sich um 25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Kräfte.

Mit an Bord ist auch der Leichnam der am 3. Mai auf See gestorbenen Deutschen. Oceanwide Expeditions hatte zuvor bestätigt, dass keiner der noch übrigen Insassen des Schiffs Hantavirus-Symptome zeigt. Nachdem alle Menschen in den Niederlanden von Bord gegangen sind, soll das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff desinfiziert werden.

Weiterer Fall in Kanada bestätigt

Kanada bestätigte am Sonntag einen zuvor als „vorläufig positiv“ eingestuften Fall: Einer von vier kanadischen Passagieren der „Hondius“ sei am 16. Mai positiv auf die Andes-Variante des Hantavirus getestet worden, erklärte die kanadische Gesundheitsbehörde. Eine mitgereiste Kontaktperson sei negativ getestet worden. Weitere Fälle wurden nicht festgestellt.

Bisher haben sich durch den Ausbruch auf der „Hondius“ insgesamt acht Menschen weltweit mit dem Hantavirus infiziert. Die Zahl der Todesopfer liegt weiter bei drei. Die Andes-Variante des Hantavirus ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Passagiere werden weiter beobachtet

In Großbritannien waren zuletzt neun Menschen aus den Überseegebieten St. Helena und Ascension eingetroffen, die Kontakt zu einer mit dem Hantavirus infizierten Person hatten. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA zeigten sie keine Symptome und sollten in eine Isoliereinrichtung nahe Liverpool gebracht werden. Rund 20 frühere „Hondius“-Passagiere werden in Großbritannien bereits beobachtet.

Der Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ hatte sich während einer Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kap Verden ereignet. Das Schiff war in der vergangenen Woche vor der Kanareninsel Teneriffa evakuiert worden. Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder traten von Teneriffa aus die Heimreise an. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs werden sie weiterhin medizinisch überwacht.

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