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Startseite»Politik»Sudetendeutscher Tag erstmals in Tschechien
Politik

Sudetendeutscher Tag erstmals in Tschechien

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.05.2026 • 09:55 Uhr

Erstmals seit 1950 findet der Sudetendeutsche Tag in Tschechien statt – als Zeichen der Annäherung. Doch das Treffen ist umstritten – die Prager Regierung bleibt fern. Kein einfaches Parkett für Hauptredner Markus Söder.

Der Sudetendeutsche Tag in Tschechien erreicht heute Vormittag seinen Höhepunkt. Zu der Hauptkundgebung in Brünn werden unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, erwartet.

Das traditionelle Pfingsttreffen der vertriebenen Sudetendeutschen und ihrer Nachkommen findet zum ersten Mal in Tschechien statt – auf Einladung der tschechischen Versöhnungsinitiative Meeting Brno.

Tschechische Regierung verweigert Teilnahme

Um die Veranstaltung war in Tschechien zuletzt heftiger politischer Streit entbrannt. Teile der Prager Regierung und der Bevölkerung wollten das Treffen verhindern. Die Minister des neuen tschechischen Kabinetts sagten ihre Teilnahme ab.

Das Abgeordnetenhaus hatte sich in einer Entschließung mehrheitlich gegen die Austragung des Vertriebenentreffens in Tschechien ausgesprochen. Einige Krtikerinnen und Kritiker bezeichnen die Sudetendeutschen als Nazis und unterstellen Rückgabeforderungen.

Bereits die Eröffnungsveranstaltung am Freitag hatte unter starken Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. Das Begegnungsfest von Vertriebenen und Tschechen im Brünner Stadtzentrum wurde von Protesten begleitet. Die Stimmung blieb jedoch weitgehend friedlich.

„Bollwerk gegen neuen Nationalismus“

Am Samstag nahmen rund 1.300 Deutsche und Tschechen an einem Versöhnungsmarsch teil, der am Ort eines Massengrabs in Pohorelice, rund 25 Kilometer südlich von Brünn begann. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt nahm an dem Gedenken teil.

„Die Gräber, an denen wir heute symbolisch stehen, sind Zeugen tiefen Leids“, sagte Dobrindt. Er lobte die Initiative Meeting Brno. „Ihr seid wahre Brückenbauer, so der CSU-Politiker. Versöhnung brauche Mut und die Bereitschaft zuzuhören. Es gehe nicht darum, Schuld gegeneinander aufzurechnen. „Die europäische Freundschaft“, so der Minister – „ist das Bollwerk gegen jeden neuen Nationalismus.“

Auch diese Veranstaltung wurde von vereinzelten Gegenprotesten überschattet. Die Polizei war unter anderem mit einem Anti-Konflikt-Team vor Ort. Ein Gedenkstein am Massengrab wurde von unbekannten Tätern mit Hakenkreuzen beschmiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund drei Millionen Deutsche aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden. Brünn steht für einen besonders brutalen Vertreibungsmarsch. Im Mai 1945 wurden rund 27.000 deutschsprachige Bewohnerinnen und Bewhner Brünns zur österreichischen Grenze getrieben. Mehr als 2.000 Menschen, überwiegend Frauen, Kinder und Ältere, überlebten die Strapazen nicht.

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