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Putins „Wunderwaffe“ Oreschnik: Kiew und Moskau bestätigen Einsatz russischer Hyperschallrakete

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Putins „Wunderwaffe“ OreschnikKiew und Moskau bestätigen Einsatz russischer Hyperschallrakete

Die Oreschnik erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde und kann 5000 Kilometer weit fliegen. In Russland wird die Hyperschallrakete als „Wunderwaffe“ verkauft. Bei einem Großangriff schlägt sie erstmals in der ukrainischen Hauptstadt ein.

Die Befürchtungen von Wolodymyr Selenskyj haben sich bewahrheitet: Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten und auch aus Moskau erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchtete Hayperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt – erstmals bei Angriffen auf die Hauptstadt Kiew. Kremlchef Wladimir Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenskyj in einer am Morgen veröffentlichten Videobotschaft. Der Vorort liegt im Kiewer Gebiet.

Die auch in Belarus von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5000 Kilometern machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent. Russland hatte die Rakete zuvor zweimal bei Luftangriffen auf die Ukraine eingesetzt: einmal in der Großstadt Dnipro im Südosten des Landes ohne Sprengköpfe und zuletzt im Januar in der Westukraine. In Russland wird die Oreschnik als „Wunderwaffe“ oder „Superwaffe“ angepriesen.

„Das ist wirklich unverantwortlich“, sagte Selenskyj. „Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt.“ Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben.

Auch der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange bestätigt den Einsatz der Hyperschallrakete. Ihm zufolge war sie mit einem leeren Test-Sprengkopf versehen. Das russische Verteidigungsministerium rechtfertigte den Einsatz als Antwort auf die „terroristischen Angriffe“ der Ukraine auf zivile Objekte in Russland. Demzufolge kamen neben der Oreschnik auch die Systeme, Iskander, Kinschal und Zirkon zum Einsatz.

Schäden an mehr als 40 Gebäuden

Ukrainischen Angaben zufolge hat Russland die Ukraine in der vergangenen Nacht mit 90 Raketen und Marschflugkörpern sowie 600 Drohnen verschiedener Typen angegriffen. Es handelt sich um einen der schwersten Luftangriffe seit Kriegsbeginn. Die ukrainische Luftwaffe will 604 Ziele unschädlich gemacht haben, darunter 54 Raketen und Marschflugkörper und 549 Drohnen. Sie meldete Dutzende Einschläge russischer Flugobjekte.

Die schwersten Angriffe verübte Russland in der ukrainischen Hauptstadt. Dabei wurden nach Behördenangaben vier Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Zwei Personen starben direkt in Kiew, zwei weitere in der umliegenden Region, wie der dortige Gouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte. Zudem wurden in der Stadt 56 Menschen verletzt. 30 von ihnen, darunter zwei Kinder, werden in Krankenhäusern behandelt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko am Morgen bei Telegram mitteilte.

Der Angriff beschädigte Wohngebäude, Büros und Schulen an mehr als 40 Orten der Hauptstadt. Unter anderem stürzte die Fassade eines fünfstöckigen Wohnhauses ein, zudem gab es Schäden am historischen Unabhängigkeitsplatz Maidan sowie im Foyer einer U-Bahn-Station.

„Schreckliche Nacht“

„Es war eine schreckliche Nacht für Kiew“, erklärte Bürgermeister Klitschko weiter. Nach dem Sonnenaufgang zog schwarzer Rauch über die Stadt. Reporter berichten von einem beißenden Geruch in der Luft. Etliche Anwohner wurden in den Luftschutzkellern einer Schule und eines Geschäftszentrums eingeschlossen, weil Trümmer die Eingänge blockierten.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem „der größten Terrorangriffe auf Kiew“ seit Kriegsbeginn. Verletzte gab es auch in anderen ukrainischen Regionen: Die Region Tscherkassy meldete elf Verletzte und die Region Dnipropetrowsk sieben.

Quelle: ntv.de, chr/rts/dpa

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