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Startseite»Nachrichten»Abschiebungen als Popkultur: US-Regierung feiert ICE-Festnahmen als Kampf gegen Aliens
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Abschiebungen als Popkultur: US-Regierung feiert ICE-Festnahmen als Kampf gegen Aliens

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 31, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Abschiebungen als PopkulturUS-Regierung feiert ICE-Festnahmen als Kampf gegen Aliens

Dieses nette Alien meint die US-Regierung nicht. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die US-Regierung dokumentiert die Festnahmen mutmaßlich illegaler Migranten durch die Behörde ICE auf einer neuen Website. Dort wird allerdings nicht von Menschen gesprochen, sondern von Aliens. Früheren Regierungen wird eine Verschwörung zur Migration unterstellt.

Mit einer eigens dafür angefertigten Webseite feiert die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre radikale Abschiebepolitik. „Sie wandeln unter uns“, ist auf „aliens.gov“ als Unterseite des offiziellen Internetauftritts des Weißen Hauses zu lesen.

„Sie haben in denselben Läden eingekauft, dieselben Schulklassen besucht wie unsere Kinder und lebten scheinbar normale menschliche Existenzen. Mit einer Ausnahme – sie gehören nicht hierher“, ist darauf in grünem durchlaufenden Text vor Sternenhintergrund zu lesen. Aufbereitet wie eine Mischung verschiedener Science-Fiction-Abenteuer und Alien-Thriller wird die angebliche Geschichte der illegalen Einwanderung erzählt, wie die US-Regierung sie darstellt: Als ein lange gehütetes Geheimnis, bei dem Millionen „im Schutz der Dunkelheit“ gekommen seien und sich in der Gesellschaft eingerichtet hätten.

Es wird auch die Behauptung aufgestellt, dass niemand vor Präsident Donald Trump sich der „Gefahr“ angenommen hätte, obwohl „zahlreiche Präsidenten, Kongressabgeordnete und hohe Beamte Bescheid gewusst“ hätten, was passiert. Tatsächlich haben aber die letzten beiden demokratischen Präsidenten, Barack Obama und Joe Biden, jeweils selbst mehr als eine Million Menschen pro Präsidentschaft abgeschoben. Die Zahl in Trumps erster Präsidentschaft soll allerdings unter dieser Schwelle gelegen haben.

Diese „Aliens“ seien keine „kleinen grünen Männchen“, sondern Millionen von Illegalen, die ins Land eingefallen seien, heißt es weiter. Die Betreffenden werden auch im Weiteren konsequent als „Aliens“ bezeichnet, wobei der englische Begriff neben Außerirdischer auch Ausländer oder Fremder bedeuten kann.

Eine „Alien-Arrest Map“ genannte USA-Karte zeigt angeblich live die Festnahmen der Einwanderungsbehörde ICE in den USA. Eine sich stets erhöhende Zahl dokumentiert die „Begegnungen“ mit Menschen, die aus Sicht der Regierung in den USA nichts zu suchen haben. „Die Vertuschung ist vorbei. Sichert die Grenze. Schiebt sie alle ab“, heißt es abschließend. Direkt verlinkt ist auch eine Webseite, auf der „verdächtige“ Personen direkt an ICE gemeldet werden können.

Trump ist bereits mehrfach mit schweren Diskriminierungen und entmenschlichenden Aussagen aufgefallen. So hatte er Migranten schon als Ungeziefer bezeichnet, das „ausgerottet“ gehöre. Ähnliche Äußerungen hatte es auch im Genozid in Ruanda 1994 gegeben. Damals wurden Mitglieder der Hutu-Mehrheit vor allem über das Radio dazu aufgerufen, Mitglieder der Tutsi-Minderheit zu töten, die als „Ungeziefer“ bezeichnet wurden. Binnen gut drei Monaten wurden etwa 500.000 Menschen niedergemetzelt. Zudem hatte Trump Migranten schon „Feinde des Volkes“ genannt oder ihnen vorgeworfen, das Blut des Landes zu vergiften. Der US-Präsident hatte ebenso die widerlegte Behauptung verbreitet, dass Migranten Haustiere gestohlen und gegessen hätten.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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