Wie tickt eine Sanduhr? Kann KI Proteine auseinanderhalten? Solchen Fragen haben sich junge Forscherinnen und Forscher für den Wissenschaftswettbewerb „Jugend forscht“ gestellt. Nun wurden die Bundessieger gekürt.
Die Siegerinnen und Sieger des 61. Bundesfinales von „Jugend forscht“ stehen fest. Bei der Siegerehrung in Herzogenaurach wurden Deutschlands beste Nachwuchstalente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ausgezeichnet. 159 junge Talente hatten sich für das Finale qualifiziert, die Sieger sind zwischen 14 und 20 Jahre alt.
Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit erhielten die 14-jährigen Viyona Singh und Aarav Singh. Die beiden leben derzeit in den USA und besuchen dort die German International School of Silicon Valley.
Sie erreichten über den bayerischen Landeswettbewerb das Finale und wiesen nach Angaben der Organisatoren von „Jugend forscht“ nach, dass sich seltene Varianten bestimmter Proteine mit physikbasierten Modellen besser vorhersagen lassen als mithilfe KI-basierten Modellen.
Sanduhren, Pinzetten und Betrugsschutz
Den Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ging an den 18-jährigen Tim Kammel aus Nordrhein-Westfalen. Er untersuchte die Effekte verschiedener Öffnungen in Sanduhren auf das Strömungsverhalten des Sandes und entwickelte zudem eine Computersimulation der Dynamiken. Er zeigte, dass selbst minimale geometrische Veränderungen die Messdauer deutlich beeinflussen,
Der Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit ging an Julian Scharnowski aus Baden-Württemberg. Der 20-Jährige konstruierte eine Vakuumpinzette, mit der sich mittels Unterdruck winzige Elektronikbauteile präzise auf Platinen platzieren lassen.
Vincent Nack aus Bayern erhielt den Preis der Bundesforschungsministerin für die innovativste Arbeit. Der 19-Jährige entwickelte ein KI-gestütztes System zum Schutz vor Telefonbetrug, das umgewandelte Gesprächsinhalte analysiert und Täuschungsmuster in Echtzeit erkennt.
Wettbewerb soll für Naturwissenschaften und Technik begeistern
Weitere Bundessiege gingen unter anderem an Nachwuchsforschende in den Bereichen Chemie, Mathematik/Informatik, Technik, Arbeitswelt und Geo- und Raumwissenschaften. Unter anderem ging es um Diabetesmedikamente, Metalllegierungen, eine Simulation zu Satellitenbahnen und ein Modell zur Erklärung der Entstehung der ersten Sterne. Den Sonderpreis „Jugend forscht Schule 2026“ erhielt das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach.
„Jugend forscht“ ist eine gemeinsame Nachwuchsinitiative von Bund, Ländern und weiteren Partnern aus den Bereichen Wirtschaft, Medien und Schulen. Der Wettbewerb wird von der Stiftung „Jugend forscht“ organisiert. Er soll für naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistern und bei der Suche nach Talenten helfen.
