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Startseite»Politik»Kinderkrankentage nehmen laut AOK-Auswertung weiterhin meistens Frauen
Politik

Kinderkrankentage nehmen laut AOK-Auswertung weiterhin meistens Frauen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.06.2026 • 09:28 Uhr

Wenn erkrankte Kinder betreut werden müssen, bleiben dafür noch immer mehr berufstätiger Mütter als Väter zu Hause. In Bayern war der Anteil am höchsten. Zu dem Ergebnis kommt eine Auswertung der Krankenkasse AOK.

Wenn kranke Kinder zu Hause betreut werden müssen, übernehmen das laut einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) nach wie vor meistens berufstätige Mütter. 2025 nahmen fast drei Viertel der Kinderkrankentage (73 Prozent) weibliche Kassenmitglieder, ermittelte das Wissenschaftliche Institut der AOK.

Der Anteil der Männer lag bundesweit bei 27 Prozent. In Bayern war er am niedrigsten mit 23 Prozent, am höchsten in Sachsen mit fast 31 Prozent.

Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, sagte, dass Kinderkrankentage auch 2025 überwiegend von Frauen genommen würden, zeige die weiterhin ungleiche Verteilung der Care-Arbeit in Familien. Eltern sollten frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreue. Sie wünschte sich aber, dass Männer häufiger von ihrem Rechtsanspruch Gebrauch machten.

Kasse übernimmt Großteil des Verdienstausfalls

Der rechtliche Anspruch auf Kinderkrankentage steht jedem gesetzlich versicherten Elternteil mit eigenem Krankengeldanspruch zu. Gesetzlich versicherte Eltern können Krankengeld beantragen, wenn ein Kind unter zwölf Jahren krank ist und sie deshalb nicht zur Arbeit gehen – pro Kind und Elternteil für 15 Tage im Jahr und bei Alleinerziehenden für 30 Tage. Die Krankenkasse übernimmt dann einen Großteil des Verdienstausfalls und zahlt in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes. Bei mehreren Kindern liegt der Anspruch laut Bundesgesundheitsministerium je Elternteil bei maximal 35 Arbeitstagen, für Alleinerziehende bei maximal 70 Arbeitstagen im Jahr. Voraussetzung ist ein ärztliches Attest.

Insgesamt beantragten 2025 laut AOK 4,6 Prozent der berechtigten Versicherten mindestens einmal Kinderkrankengeld. 2024 waren es noch 4,8 Prozent. Einen Höchststand hatte es 2022 in der Corona-Pandemie mit 5,1 Prozent gegeben. Im vergangenen Jahr entfielen auf jeden eingereichten Kinderkrankenfall im Schnitt 2,5 Tage. Grundlage der Auswertung waren Daten von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern.

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