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Startseite»Nachrichten»Trotz neuer Vereinbarung: Libanon meldet israelische Angriffe – Israel löst Luftalarm aus
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Trotz neuer Vereinbarung: Libanon meldet israelische Angriffe – Israel löst Luftalarm aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Trotz neuer VereinbarungLibanon meldet israelische Angriffe – Israel löst Luftalarm aus

Bild eines zerstörten Gebäudes im Libanon vom Mittwoch, dem Tag der Waffenruhe-Vereinbarung. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Gerade erst einigen sich Israel und der Libanon auf die Umsetzung einer Waffenruhe. Doch mit der scheint es nicht weit her. Und Israels Polizeiminister, Hardliner Ben-Gvir, kritisiert die Vereinbarung als „schweren Fehler“.

Nach einer Einigung auf die Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon haben libanesische Medien erneut israelische Angriffe gemeldet – in Israel wurde derweil Luftalarm ausgelöst. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Drohnenangriffen auf Straßen an mehreren Orten im Südlibanon, bei denen es mindestens ein Todesopfer gegeben habe.

Israel setzt zudem seinen Bodeneinsatz im Südlibanon fort. Vertriebene Libanesen können noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, teilte Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Truppen würden in der sogenannten Sicherheitszone bleiben, um die dortige terroristische Infrastruktur abzubauen. Israel behalte sich zudem das von den USA unterstützte Recht vor, als Reaktion auf Angriffe auch Ziele in Beirut anzugreifen.

Die israelische Armee teilte zudem mit, dass im Norden Israels Luftalarm ausgelöst worden sei, einer davon habe sich als Fehlalarm herausgestellt. Bei dem ersten Vorfall sei ein „feindliches Flugzeug in der Gegend von Kfar Juval“ festgestellt worden. Der Vorfall sei „abgeschlossen“ worden, es habe keine Verletzten gegeben. Ein zweiter Alarm in der Gegend von Al-Aramsche habe sich als Fehlalarm herausgestellt.

Israel und der Libanon hatten sich am Mittwoch bei ihren Gesprächen in Washington auf die „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Es sollten dabei bestimmte „Pilotzonen“ unter „exklusiver Kontrolle“ der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem sollten noch in diesem Monat weitere Gespräche geführt werden. Beide Seiten schränkten in ihrer Erklärung zugleich ein, dass die Umsetzung einer Waffenruhe „von einer vollständigen Einstellung der Angriffe der Hisbollah“ auf Israel abhänge.

Ben Gvir: „Wunschträume von Beratern“

Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir kritisierte die Vereinbarung zur Umsetzung einer Waffenruhe umgehend als „schweren Fehler“. Es handele sich um „Wunschträume von Beratern, die den Ministerpräsidenten zu falschen Entscheidungen verleiten“, schrieb er in einem Post auf X. 

Tatsächlich werde die libanesische Hisbollah-Miliz durch die Vereinbarung nur stärker werden. „Statt sie zu besiegen, findet sich Israel zunehmend mit ihrer Existenz ab“, schrieb Ben-Gvir. Der libanesische Staat sei ein „Partner der Hisbollah“ und nicht in der Lage, die mit Israel verfeindete Miliz aus dem Grenzgebiet zu verdrängen. 

Eigentlich gilt im Libanon bereits seit dem 17. April eine Feuerpause. Israel und die von Teheran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz greifen sich dessen ungeachtet weiter täglich an. Die Hisbollah lehnt die Waffenruhe ebenso ab wie die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in Washington, die ohne ihre Beteiligung stattfinden.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits immer wieder Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts

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