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FBI prüft Zusammenhänge: Das Rätsel der toten oder verschwundenen Top-US-Forscher

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 5, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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FBI prüft ZusammenhängeDas Rätsel der toten oder verschwundenen Top-US-Forscher

05.06.2026, 10:03 Uhr

Von Hedviga Nyarsik
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Das FBI prüft Hinweise „auf böswilliges Handeln oder eine Verschwörung“. (Foto: picture alliance / Anadolu)

In den USA häufen sich Fälle von toten oder vermissten Wissenschaftlern aus dem Umfeld sensibler Forschungsbereiche. Inzwischen sucht das FBI nach möglichen Gemeinsamkeiten, auch der Kongress schaltet sich ein. Behörden warnen zwar vor voreiligen Schlüssen, nehmen die Fälle aber ernst.

Eine Reihe von Todesfällen und Vermisstenfällen unter Menschen mit Verbindungen zu sensibler US-Forschung sorgt in den USA für Unruhe. Nach Angaben des US-Senders CNN geht es um mindestens zehn Personen aus den Bereichen Nuklearforschung, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, die in den vergangenen Jahren gestorben oder verschwunden sind. Das FBI prüft nun, ob zwischen den Fällen ein Zusammenhang besteht.

Die Bundespolizei erklärte laut CNN, sie suche „nach Verbindungen zwischen den vermissten und verstorbenen Wissenschaftlern“. Die Behörde arbeite dabei mit dem Energieministerium, dem Verteidigungsministerium sowie mit staatlichen und lokalen Ermittlern zusammen, „um Antworten zu finden“, zitiert der Sender die Beamten.

Auch politisch wächst offenbar der Druck. Der von Republikanern geführte Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses kündigte ebenfalls Ermittlungen an. In einer Mitteilung des Ausschusses heißt es, die Berichte werfen „Fragen nach einer möglichen finsteren Verbindung“ zwischen den Todes- und Vermisstenfällen auf. Ausschusschef James Comer sagte im April bei Fox News: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Zufall ist.“ Der Kongress sei „sehr besorgt“ und betrachte das Thema inzwischen als Frage der nationalen Sicherheit.

Kernphysiker vor eigener Haustür erschossen

Gleichzeitig mahnen andere Politiker zur Zurückhaltung. Der demokratische Abgeordnete James Walkinshaw, ebenfalls Mitglied des Ausschusses, sagte CNN, eine Untersuchung sei zwar gerechtfertigt, er sei aber nicht überzeugt, dass hinter den Fällen ein koordiniertes Motiv stecke. „Die Vereinigten Staaten haben Tausende Nuklearwissenschaftler und Nuklearexperten“, sagte er CNN. Ein ausländischer Gegner könne das US-Programm kaum entscheidend schwächen, indem er zehn Personen ins Visier nehme.

Tatsächlich unterscheiden sich die Fälle erheblich. CNN berichtet von ungeklärten Tötungsdelikten, Vermisstenfällen ohne Hinweise auf Fremdeinwirkung und Todesfällen, bei denen Familien auf Vorerkrankungen oder persönliche Probleme verweisen. Behörden hätten bislang keine Verbindungen zwischen den einzelnen Fällen hergestellt.

Zu den bekanntesten Fällen zählt der des MIT-Physikers Nuno Loureiro. Der Kernphysiker und Fusionsforscher wurde im Dezember 2025 vor seinem Haus in Massachusetts erschossen. Der Täter wurde zwar kurze Zeit später gefasst. Sein Motiv ist bis heute allerdings völlig unklar.

Ein ähnliches Schicksal ereilte auch den Astrophysiker Carl Grillmair. Der 67-Jährige wurde im Februar 2026 in seinem Haus nahe Los Angeles erschossen. Nach Angaben des Senders KABC nahmen die Behörden einen Verdächtigen fest. Unklar ist, ob sich Täter und Opfer kannten. Grillmair arbeitete am California Institute of Technology, hatte Verbindungen zur Nasa und war vor allem für seine Forschungen zur Suche nach Wasser auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bekannt.

„Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“

Mindestens genauso mysteriös ist der Fall des pensionierten Luftwaffengenerals William Neil McCasland, der Ende Februar 2026 sein Haus in Albuquerque verließ und seitdem nie wieder gesehen wurde. Dem Polizeibericht zufolge ließ er sein Handy und sogar seine Brille, die er immer trug, zurück. Selbst Wochen später fehlt von dem 68-Jährigen immer noch jede Spur. Auch die Raumfahrtingenieurin Monica Reza, frühere Direktorin der Materials Processing Group am Jet Propulsion Laboratory (JPL), einem führenden Nasa-Labor für Raumfahrtmissionen, verschwand im Juni 2025 bei einer Wanderung in einem Waldgebiet bei Los Angeles.

Michael David Hicks, ein früherer Kollege von Reza am JPL, starb bereits im Juli 2023 im Alter von 59 Jahren. Woran er starb, wurde nicht bekannt gegeben. Seine Tochter Julia Hicks sagte CNN, ihr Vater habe schon länger gesundheitliche Probleme gehabt. Die aktuellen Spekulationen über einen möglichen Zusammenhang mit anderen Fällen hätten sie „aufgewühlt“. Aber: „Soweit ich meinen Vater kenne, gibt es keine logische Spur, die ihn in diese mögliche bundesweite Untersuchung hineinziehen würde“, sagte sie.

Das Thema hat auch das Weiße Haus erreicht. Präsident Donald Trump sprach von „ziemlich ernsten Dingen“. Sprecherin Karoline Leavitt erklärte im April, das Weiße Haus arbeite „aktiv mit allen relevanten Behörden und dem FBI zusammen, um alle Fälle gemeinsam zu prüfen und mögliche Gemeinsamkeiten zu identifizieren“.

Noch ist unklar, ob es zwischen den Fällen tatsächlich eine Verbindung gibt. Die Ermittlungen würden jedoch „vor dem Hintergrund der jüngsten und berechtigten Fragen“ geführt, so Leavitt. Es werde „kein Stein auf dem anderen bleiben“, versicherte sie. FBI-Direktor Kash Patel erklärte gegenüber Fox News, man werde gezielt prüfen, ob es Verbindungen zu klassifiziertem Zugang, zu geheimen Informationen oder zu ausländischen Akteuren gebe. „Wenn es Hinweise gibt, die auf böswilliges Handeln oder eine Verschwörung hindeuten, wird dieses FBI die entsprechenden Festnahmen vornehmen.“

Dieser Text erschien erstmals am 23. April 2026

Quelle: ntv.de

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