Manipulierten sie Rohre?Polizei nimmt zwei Männer nach Hauseinsturz in Görlitz fest
Die Polizei nimmt zwei Verdächtige im Falle des eingestürzten Hauses in Görlitz mit drei Toten fest. Es bestehe der Verdacht, dass sie die Tragödie durch austretendes Gas verursacht hätten, heißt es in einem Bericht des MDR.
Nach dem Einsturz eines Hauses infolge einer Gasexplosion mit drei Todesopfern im sächsischen Görlitz hat die Polizei einem Bericht zufolge zwei Tatverdächtige festgenommen. Es bestehe der Verdacht, dass es sich bei den beiden Männern um Metalldiebe handle, die am 18. Mai, dem Unglückstag, Rohrleitungen in dem Gebäude beschädigt oder manipuliert und damit die Explosion von austretendem Gas verursacht hätten, berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) unter Berufung auf die Görlitzer Polizei.
„Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung“, zitierte der MDR einen Polizeisprecher. Die beiden Verdächtigen seien bereits „in anderer Sache“ in Untersuchungshaft. Laut Polizei handelt es sich bei den Gesuchten um einen Polen und einen Afghanen. Die Polizei veröffentlichte eine ausführliche Täterbeschreibung und hofft zur weiteren Aufklärung auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Auf der Suche nach Schrott und Metall
Den Angaben zufolge sollen die Verdächtigen am Unglückstag mehrere Straßen in Görlitz durchstreift und Ausschau nach Diebesgut gehalten haben. Sie seien auf der Suche nach Verwertbarem, „insbesondere Fahrräder, Schrott beziehungsweise auch Kupferleitungen, Buntmetall“ gewesen, hieß es.
Sicher sei, dass sie auch in dem Unglückshaus unterwegs gewesen seien. Was sie darin gemacht hätten, sei noch unklar. Eine Untersuchung der Kellerräume sei wegen der Trümmer noch nicht möglich gewesen.
Das Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Innenstadt war am 18. Mai eingestürzt. In den Tagen darauf wurden unter den Trümmern die Leichen zweier Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie eines 48-jährigen Mannes gefunden. Nach der Explosion hatten zeitweise auch zehn Nachbarhäuser geräumt werden müssen.
