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Startseite»Nachrichten»Ein Auto aus einer anderen Zeit: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – zurück zu Vollgas 
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Ein Auto aus einer anderen Zeit: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – zurück zu Vollgas 

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Ein Auto aus einer anderen ZeitAlfa Romeo Giulia Quadrifoglio – zurück zu Vollgas 

Alfa bringt die stärkste Giulia wieder zurück. (Foto: Alfa Romeo)

Die stärkste Alfa Romeo Giulia war längst verabschiedet, doch nun steht die Quadrifoglio überraschend wieder in den Preislisten. Mit 520 PS, Heckantrieb und einem V6, dessen Klang viele Alfisti für unersetzlich halten.

Da ist er wieder, dieser sonore Bass im Leerlauf, dieses heisere Bellen beim Gasgeben. Der V6 der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio klingt nicht wie ein moderner Turbomotor. Eher wie eine Erinnerung an eine andere Zeit. Eigentlich hätte dieser Klang längst verstummen sollen. Doch Alfa Romeo nimmt die Giulia Quadrifoglio überraschend wieder ins Programm. Mindestens bis Ende 2027 soll sie weiterlaufen. Dann soll es eine Nachfolgerin geben.

Die Produktion hätte bereits 2025 auslaufen sollen, um Platz zu machen für die elektrischen Nachfolger. Doch weil sich deren Einführung verzögert und die Nachfrage nach dem leistungsstarken Benziner unvermindert anhielt, steht das grüne Kleeblatt nun wieder in der Preisliste. Zur Freude vieler Alfisti. Denn für sie ist die Giulia Quadrifoglio weit mehr als eine 382 kW/520 PS starke Limousine.

Dieses Auto stammt aus einer anderen Epoche

Schon beim Einsteigen wird klar, was damit gemeint ist. Dieses Auto stammt aus einer anderen Epoche. Das Cockpit umschließt den Fahrer, die digitalen Instrumente liegen in tiefen Röhren, der Startknopf sitzt direkt am Lenkrad. Riesige Bildschirme sucht man ebenso vergeblich wie verspielte Lichtinszenierungen. Stattdessen gibt es griffige Drehregler und jene riesigen Alu-Schaltwippen, wie ein Gruß aus Maranello.

Das-Cockpit-stammt-erkennbar-aus-einer-anderen-Aera
Das Cockpit stammt erkennbar aus einer anderen Ära. (Foto: Alfa Romeo)

Fast zehn Jahre hat die Giulia bereits auf dem Buckel und die letzte Modellpflege liegt ebenfalls schon etliches zurück, mehr als ein gewöhnliches Autoleben, das mittlerweile kaum länger als sechs Jahre dauert. Wie schnelllebig moderne Technik ist, zeigt das Infotainment des Alfa. Es wurde zwar modernisiert, doch die kleine Schrift, die altmodische Grafik und die etwas trägen Reaktionen wirken wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. In der Giulia kann man weder streamen noch gamen. Nur telefonieren oder Musik hören, falls man das wirklich wollte. Aber eigentlich geht es hier um etwas ganz anderes: den Fahrer und die Straße.

Und im Kern geht’s um den Antrieb. Der 520 PS starke 2,9-Liter-Biturbo-V6 schickt seine 600 Newtonmeter ausschließlich an die Hinterräder. Das sorgt für Agilität, schärft das Einlenkverhalten und lässt auf abgesperrter Strecke sogar Raum für kontrollierte Drift-Einlagen. Der Sechszylinder gilt als enger Verwandter jener Motorenfamilie, die einst auch bei Ferrari zum Einsatz kam. Ob Legende oder Realität, zum Klang und Auftreten der Quadrifoglio passt diese Geschichte jedenfalls perfekt. Nach nur 3,9 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Und der Schub reißt nicht ab. Mit Nachdruck beschleunigt die Limousine weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h.

Der-2-9-Liter-Biturbo-V6-leistet-382-kW-520-PS-und-stellt-600-Nm-Drehmoment-bereit
Der 2,9-Liter-Biturbo-V6 leistet 382 kW/520 PS und stellt 600 Nm Drehmoment bereit. (Foto: Alfa Romeo)

Keine Diva, sondern handzahm

Doch die Giulia ist keine Diva, die ständig nach Höchstleistung verlangt. Im Alltag gibt sie sich sogar erstaunlich handzahm. Sie rollt geschmeidig ab, federt Unebenheiten souveräner weg, als man es von einer Hochleistungslimousine erwarten würde. Dass einem nicht jedes Schlagloch ins Kreuz fährt, dass man sich auch nach mehreren Stunden noch entspannt aus den wohlgeformten Sportsitzen herausschält, macht dieses Auto so besonders. Während manche Konkurrenten ständig vermitteln, dass sie eigentlich lieber auf einer Rennstrecke wären, fühlt sich dieser Alfa auch auf der täglichen Fahrt ins Büro wohl. Denn der Sechszylinder schiebt schon knapp über Leerlauf kräftig an, sodass man lässig mit niedrigen Drehzahlen über die Landstraße rollt.

Aber erst auf dem Rennkurs zeigt sich, warum diese Giulia bis heute zu den beliebtesten Fahrmaschinen ihres Segments zählt. Bei höheren Drehzahlen, wenn aus dem tiefen Grummeln ein scharfes Fauchen wird, stürmt sie mit einer Vehemenz nach vorn, die selbst erfahrene Sportwagenfahrer beeindruckt. Dabei gibt sich der V6 für einen modernen Biturbo erstaunlich drehfreudig. Er dreht ungehemmt hoch und reagiert unmittelbar auf jede Bewegung des rechten Fußes. Kurve links, Kurve rechts, ein kleines Rucken am Lenkrad genügen, um die Front in die gewünschte Richtung zu dirigieren. An eine solch nervöse Präzision muss man sich erst gewöhnen. Doch schon nach wenigen Kurven versteht man, warum die Lenkung der Giulia seit Jahren zu den meistgelobten ihrer Klasse zählt.

Vor allem kommuniziert die Giulia mit ihrem Fahrer. Man spürt, was die Vorderreifen tun. Man spürt Lastwechsel. Man spürt den Asphalt. Viele moderne Hochleistungsfahrzeuge filtern solche Informationen inzwischen weg. Diese Limousine vermittelt sie dagegen erstaunlich präzise. Nicht ungefiltert und roh, sondern fein dosiert und verständlich. Das schafft Vertrauen und erleichtert es, ihr enormes Potenzial auszuschöpfen.

Nun wieder bestellbar – kurz

Dass die Quadrifoglio nun wieder bestellbar ist, dürfte viele Alfa-Fans besonders freuen. Denn zuletzt gab es die Giulia in Deutschland nur noch als Diesel. Natürlich passt der ausgewogene 2,2-Liter-Vierzylinder gut zur Limousine, bietet reichlich Drehmoment und macht diesen Alfa zu einem hervorragenden Langstreckenauto. Doch die stärksten und begehrtesten Giulia-Versionen waren eben immer die Benziner.

100.700 Euro verlangen die Italiener für diese Sport-Limousine. Das ist viel Geld, über zehn Prozent mehr, als das Modell zuletzt kostete. Aber durchaus steigerungsfähig. Für 2.700 Euro mehr gibt’s noch bis Ende Juni die Version Oro mit goldfarbenen Details. Und die kann man dann mit Akrapovic-Titanabgasanlage oder Sichtkarbondach als kostspieligen Extras weiter aufrüsten. Macht dann gut 130.000 Euro. Ein Vernunftmodell ist die Quadrifoglio also auch heute nicht. Aber darum ging es bei einem Alfa mit grünem Kleeblatt noch nie.

Neben-der-Giulia-kehrt-auch-der-Stelvio-mit-V6-zurueck
Neben der Giulia kehrt auch der Stelvio mit V6 zurück. (Foto: Alfa Romeo)

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – technische Daten

  • Viertürige, fünfsitzige Mittelklasse-Limousine

  • Länge: 4,65 Meter, Breite: 1,86 Meter (mit Außenspiegel: 2,02 Meter), Höhe: 1,44 Meter, Radstand: 2,82 Meter, Kofferraumvolumen: 480 l

  • Motorisierung: 2,9-Liter-Sechzylinder-Benziner, 382 kW/520 PS, maximales Drehmoment: 600 Nm bei 2500 U/min, Heckantrieb, 8-Gang-Automatik, 0-100 km/h: 3,9 s, Vmax: 300 km/h, Normverbrauch: 10,5 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 237 g/km

  • Preis: 100.700 Euro

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – Kurzcharakteristik

  • Warum: Weil diese Giulia einzigartig ist und ein gesuchtes Sammlerobjekt wird

  • Warum nicht: Weil 100.000 Euro eine beträchtliche Summe für ein im Grunde altes Auto sind

  • Was sonst: Audi RS5, BMW M3 Competition, Mercedes-AMG C 63

  • Wann kommt er: Nur bis Ende Juni bestellbar

Quelle: ntv.de, Hanno Boblenz, sp-x

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