Opec+ erhöht Fördermenge weiterÖlpreise steigen wieder kräftig
Nach der Beruhigung in den vergangenen Tagen klettern die Ölpreise am Morgen wieder in die Höhe. Daran dürfte auch der jüngste Beschluss der Erdöl exportierenden Länder nichts ändern.
Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten wieder deutlich gestiegen. So kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im August am Morgen 97,83 US-Dollar. Das sind mehr als fünf Prozent mehr als Ende vergangener Woche. Die US-Sorte Texas Intermediate war um 4,8 Prozent teurer, der Preis lag am Morgen bei 94,85 Dollar pro Barrel.
Am Sonntagabend hatte der Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf israelische Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon. In der Nacht reagierte Israel mit einem Gegenschlag. Am Morgen beklagte die Armee dann einen weiteren Raketenangriff aus dem Iran.
Die jüngste Eskalation weckt die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Ebenfalls droht damit auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA zu scheitern.
Zu Beginn des Jahres hatte die Eskalation im Nahen Osten den globalen Ölmarkt regelrecht erschüttert. Zwischenzeitlich stieg der Ölpreis der Sorte Brent auf mehr als 120 Dollar pro Barrel. Die weitgehende Blockade des Seewegs in der Straße von Hormus durch Iran gilt als größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts.
Opec-Ankündigung dürfte wenig ändern
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten einigten sich indes darauf, die Ölförderung erneut zu erhöhen. Sieben Opec-Mitglieder und die erweiterte Gruppe namens Opec+ vereinbarten, die Produktion im Juli um etwa 188.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist der vierte monatliche Anstieg in Folge, teilte die Gruppe nach einem virtuellen Treffen mit. Zu den Opec+-Mitgliedern, die der Erhöhung zugestimmt haben, gehört Saudi-Arabien – der De-facto-Anführer des Kartells – sowie Russland, der Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman.
Dieser Schritt wird weithin als symbolisch angesehen, Analysten werten die Produktionssteigerung weitgehend als Absichtserklärung. Die Auswirkungen auf die globalen Märkte dürften begrenzt bleiben, bis der Transport durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wird.
