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Startseite»Nachrichten»Mehrere Millionen Euro Schaden: Großflächiger Stromausfall in Reutlingen – Verdacht auf Brandstiftung
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Mehrere Millionen Euro Schaden: Großflächiger Stromausfall in Reutlingen – Verdacht auf Brandstiftung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Mehrere Millionen Euro SchadenGroßflächiger Stromausfall in Reutlingen – Verdacht auf Brandstiftung

Rund 20.000 Kunden waren ohne Strom. Bestätigt ist ein Anschlag bisher nicht. (Foto: picture alliance/dpa)

Im baden-württembergischen Reutlingen kommt es am frühen Morgen zu einem massiven Stromausfall. Hinweise deuten auf Brandstiftung in einem Umspannwerk hin – Zaun und Gelände vor der Anlage sind beschädigt. Der Vorfall weckt Erinnerungen.

Ein nächtlicher Stromausfall legt Teile von Reutlingen lahm – und wirft Fragen nach gezielter Sabotage auf. Nach Angaben des Netzbetreibers gibt es Hinweise auf Brandstiftung in einem Umspannwerk. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher von Netze BW. Bestätigt ist ein Anschlag bislang jedoch nicht. Die Polizei ermittelt. Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ist eingebunden.

Durch den Brand und den Stromausfall entstand ein Schaden von mehreren Millionen Euro. Noch ist unklar, wann wieder alle Haushalte in Reutlingen mit Strom versorgt werden. „Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung ist derzeit noch nicht möglich“, teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Aktuell seien noch rund 7.600 Haushalte ohne Strom. Die Innenstadt und das Krankenhaus würden wieder versorgt.

Nach Angaben von Netze BW waren insgesamt 20.000 Kunden betroffen. Demnach war das Umspannwerk Reutlingen-West gegen 1.45 Uhr infolge eines Feuers ausgefallen. Fünfeinhalb Stunden später sei etwa die Hälfte der betroffenen Kunden der Fairnetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region Reutlingen, wieder versorgt. Die beiden Energieunternehmen teilen sich den Angaben zufolge das Umspannwerk. Dem Sprecher zufolge leistet Netze BW beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe.

Nach dem Vorfall sind auch Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdienstes im Einsatz. Um wegen der Auswirkungen des Stromausfalls besser zu helfen, arbeite ein Einsatzstab im Zentrum für Bevölkerungsschutz in Pfullingen, teilte die Stadt Reutlingen mit. Ein leitender Notarzt unterstütze vor Ort.

„Die Hilfsorganisationen bereiten sich für eine längere Einsatzdauer, die Betreuung von zahlreichen Hilfsbedürftigen sowie die Versorgung von Patienten vor“, teilte die Stadt Reutlingen mit. Insgesamt seien bereits mehr als 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Es habe bereits mehrere Einsätze für die ehrenamtlichen Helfer gegeben.

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich linksextremistische Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2000 Gewerbebetriebe vom Stromausfall betroffen. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren wieder alle Haushalte am Netz.

Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden fünf Hoch- und zehn Mittelspannungskabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar und damit nach rund 100 Stunden war die Stromversorgung wieder für alle Betroffenen hergestellt. Damals herrschte eisige Kälte und es lag Schnee – und der Stromausfall führte auch dazu, dass viele Zentralheizungen nicht mehr liefen. Tausende Berliner flüchteten zu Freunden, Bekannten und in Hotels.

In der Hauptstadt läuft seit den beiden Anschlägen eine intensive Debatte über mehr Sicherheit für die Stromversorgung. Das Land Berlin hat das Ziel ausgegeben, bis in die 2030er Jahre alle Stromkabel in Berlin unterirdisch zu verlegen. Derzeit gilt das für 99 Prozent. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin investiert dieses Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Sicherheitstechnik und Wachschutz, um weitere Angriffe auf die kritische Infrastruktur zu verhindern. Zudem wird daran gearbeitet, mehr georedundante Leitungen zu verlegen – also Kabel mit derselben Aufgabe an einem anderen Ort.

Quelle: ntv.de, are/dpa

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