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Startseite»Politik»Knappes Rennen bei Stichwahl um Präsidentenamt in Peru
Politik

Knappes Rennen bei Stichwahl um Präsidentenamt in Peru

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.06.2026 • 19:40 Uhr

Das Ergebnis der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru wird mit Spannung erwartet: Bislang liefern sich die konservative Kandidatin Fujimori und der Linkspolitiker Sánchez ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Anne Herrberg

Wer hat die Stichwahl gewonnen und wird Perus neues Staatsoberhaupt? Die Rechtspopulistin Keiko Fujimori, Tochter des früheren Autokraten Alberto Fujimori, oder der linkspopulistische Abgeordnete Roberto Sánchez, der sich als Stimme des ländlichen, indigenen Peru sieht?

Die Auszählung der Stimmen läuft weiter, es bleibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit nur hauchdünnem Abstand. Erneut erlebt Peru einen Wahlkrimi.

Fujimori will Ergebnis akzeptieren

Keiko Fujimori beteuerte in der Nacht auf Montag: „Wie auch immer das Ergebnis ausfällt, wir werden es anerkennen und unseren Konkurrenten dazu auffordern, es uns gleichzutun.“ Es ist ihr vierter Versuch, zur Präsidentin Perus gewählt zu werden.

Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 verlor sie nach einem ähnlich knappen Rennen mit nur wenigen Zehntausend Stimmen Rückstand gegen den linken Kandidaten Pedro Castillo, erkannte das Ergebnis jedoch wochenlang nicht an.

Anhänger wollen grundlegenden Wandel

„Ich hoffe, Keiko gewinnt die Präsidentschaftswahl, damit es hier in Peru zu einem grundlegenden Wandel kommt, wie sie es versprochen und zugesagt hat. So Gott will, wird es so sein, damit Peru vorankommt“, sagte ein Anhänger über die Autokratentochter. Sie hatte sich im Wahlkampf mehrfach direkt auf ihren inzwischen verstorbenen Vater Alberto Fujimori bezogen, der wegen Menschenrechtsverbrechen und Korruption 16 Jahre in Haft saß.

Wie ihr Vater will Keiko Fujimori die Wirtschaft deregulieren und versprach außerdem eine harte Hand gegen die organisierte Kriminalität und illegale Migration. Nun liegt sie nach der vorläufigen Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen einen knappen Prozentpunkt vor ihrem linken Herausforderer, allerdings werden die Stimmen aus abgelegenen ländlichen Gebieten, in denen Sánchez stark ist, meist zuletzt ausgezählt, so dass er immer noch aufholen kann.

In den Schnellauszählungen lag Sánchez zunächst knapp vorn – und zeigte sich vor Anhängern hoffnungsvoll: „Wir sind fast am Ziel, um eine überwältigende gesellschaftliche Mehrheit zu erreichen, die das Vertrauen in unser Peru, das Vertrauen in unser Vaterland und unser peruanisches Identitätsgefühl wiederherstellen wird“, sagte er und fügte hinzu: „Wir müssen der Korruption ein Ende setzen.“

Linker Kandidat Sánchez will Ex-Präsidenten begnadigen

Der 57 -jährige studierte Psychologe war Außenhandelsminister in der Regierung des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der als Stimme des armen, des ländlichen Peru gilt, nach einem Putschversuch allerdings im Gefängnis sitzt. Für seine Anhänger bleibt er ein Opfer eines politischen Manövers. Sánchez, der sich als Erbe Castillos inszeniert, versprach, ihn zu begnadigen, und tritt außerdem für eine stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft ein.

Carlos Martinez ein Anhänger von Sánchez, sagt: „Er ist ein Mann, der den Menschen, die es am Nötigsten haben, den Schwächsten, wichtige Versprechen in den Bereichen Gesundheit und Bildung gegeben hat. Und vor allem im Kampf gegen die Korruption.„

Martinez wirft Fujimori vor, zur schweren Regierungskrise beigetragen zu haben. Perus Politik ist geprägt von einem ständigen Konflikt zwischen Parlament und Regierung. Der Kongress, in dem Fujimoris Partei bisher die Mehrheit hatte, kann Präsidenten wegen „moralischer Unfähigkeit“ des Amtes entheben.

In den vergangenen zehn Jahren hatte Peru neun Präsidenten. Bis spätestens Mitte Juli muss das Wahlgericht offiziell einen Sieger verkünden – das neue Staatsoberhaupt tritt sein Amt dann am 28. Juli an. Wer auch immer gewinnt, sie oder er wird ein hochpolarisiertes Land regieren müssen.

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