Seit mehr als einem Jahr untersucht der Internationale Strafgerichtshof Anschuldigungen gegen seinen Chefankläger: Khan werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Sein Amt lässt er bereits ruhen – jetzt suspendiert ihn der Gerichtshof.
Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH), Karim Khan, ist wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe mit sofortiger Wirkung von seinem Dienst suspendiert worden. Das teilte das Präsidium der Vertragsstaaten des Gerichts in Den Haag mit.
Eine endgültige Entscheidung über eine mögliche Amtsenthebung sollen die Vertragsstaaten in einer Sondersitzung treffen. Diese soll so schnell wie möglich stattfinden.
Khan lässt Amt seit einem Jahr ruhen
2024 hatte eine enge Mitarbeiterin dem britischen Juristen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Er soll sie mehrfach und über einen längeren Zeitraum hinweg bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Eine Kommission der Vereinten Nationen hatte die Vorwürfe untersucht. Diese hatte im Dezember 2025 ihren Bericht vorgelegt. Der Bericht wurde bisher nicht veröffentlicht.
Drei Richter des Weltstrafgerichts hatten auf der Grundlage der Untersuchung ein Rechtsgutachten vorgelegt. Auch dieses wurde nicht veröffentlicht. Khan lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er weist alle Anschuldigungen zurück.
Khan war seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin erlassen. 125 Staaten haben den Grundlagenvertrag des Strafgerichtshofes unterzeichnet, darunter alle EU-Staaten. Die USA, Russland und Israel gehören dem Gericht nicht an.
