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Sparen und Sonderangebote prüfen: Deutsche knausern sich durch die Krise

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Sparen und Sonderangebote prüfenDeutsche knausern sich durch die Krise

Obwohl Deutschland das ökonomisch stärkste Land Europas ist, halten die Verbraucher hierzulande ihr Geld besonders stark zusammen. (Foto: picture alliance / SZ Photo)

Wie umgehen mit der wachsenden Inflation? Die Deutschen halten einer Befragung zufolge ihr Geld zusammen – stärker als andere Europäer. Vermehrt machen sie Jagd auf Rabatte und Sonderangebote.

Die seit dem Nahost-Krieg erhöhte Inflation trifft die Verbraucher einer Studie zufolge europaweit. In Deutschland sind sie aber besonders skeptisch und sparen mit wenigen Ausnahmen stärker, wie aus einer Erhebung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. In der Folge achten Konsumenten hierzulande sehr häufig auf Rabatte und kaufen regelmäßig günstigere Eigenmarken.

64 Prozent der Befragten in Deutschland bezeichneten die wirtschaftliche Lage als schlecht. Das sind zwei Punkte mehr als vor einem Jahr. Im europäischen Schnitt sind es 56 Prozent. BCG hat im April mehr als 20.000 Verbraucher in elf Ländern befragt – Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Seit Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar sind die Energiepreise und auch die Gesamtinflation spürbar angezogen. 78 Prozent der rund 1800 in Deutschland befragten Personen rechnen damit, dass die Preise in den nächsten sechs Monaten weiter steigen werden. Gleichzeitig geht fast jeder Dritte davon aus, dass das jeweilige Einkommen oder die Ersparnisse zurückgehen werden.

„Die Konsumzurückhaltung vieler Deutscher ist nicht nur Ausdruck finanzieller Sorgen“, sagte BCG-Expertin Karin von Funck. „Verbraucher wägen heute insgesamt stärker ab, wofür sie ihr Geld ausgeben. Sie vergleichen mehr, hinterfragen Ausgaben kritischer.“ Ausnahmen im Sparverhalten zeigten sich lediglich bei Gütern des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Tiernahrung oder Haushaltspflege. Bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen würden von Rabatten beeinflusst, insbesondere bei Mode, Möbeln und Hausgeräten. 55 Prozent der Deutschen kaufen regelmäßig Eigenmarken statt teure Markenprodukte. Im europäischen Schnitt sind dies nur 39 Prozent.

Nachhaltigkeit spielt nicht mehr die große Rolle. In Deutschland sind nur noch 17 Prozent der Verbraucher bereit, für nachhaltige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stehe klar im Vordergrund, so von Funck. Vier von zehn Deutschen würden selbst zusätzliches Einkommen zunächst sparen, statt auszugeben. Damit steht Deutschland insgesamt an der Spitze.

In ganz Europa sind Verbraucher aber bereit, in die eigene Gesundheit zu investieren. 64 Prozent kochen lieber frisch, statt Fertiggerichte zu kaufen, 48 Prozent achten auf Produkte ohne künstliche Inhaltsstoffe. Die Hälfte bevorzugt zucker- oder kalorienarme Getränke. 46 Prozent haben ihren Alkoholkonsum reduziert oder planen dies. „Das macht Gesundheit zu einer der wenigen Kategorien, die sich dem allgemeinen Spartrend weitgehend entziehen“, sagte von Funck.

Quelle: ntv.de, als/rts

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