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Startseite»Nachrichten»Unterwürfige FIFA schaut zu: WM als Waffe? Donald Trump darf ungestört wüten
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Unterwürfige FIFA schaut zu: WM als Waffe? Donald Trump darf ungestört wüten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Unterwürfige FIFA schaut zu

WM als Waffe? Donald Trump darf ungestört wüten

Donald Trump wird die Bühne nutzen, die ihm die FIFA bietet. Der US-Präsident nimmt jetzt schon massiven Einfluss auf die Fußball-WM. Der Sport spielt für die MAGA-Ideologie eine wichtige Rolle.

Es ist kaum vorstellbar, dass Donald Trump vom deutschen WM-Auftakt gegen Curacao etwas mitbekommt. Der US-Präsident hat am Sonntag schließlich Besseres zu tun: Trump, bekennender Fan des Käfigkampfs, wird 80, und weil auch noch der 250. Unabhängigkeitstag der USA bevorsteht, feiert er im Garten des Weißen Hauses eine riesige MMA-Party. Mit 4000 geladenen Gästen, alles unter dem Motto „UFC Freedom 250“.

Die Fußball-WM dürfte für ihn zumindest an diesem Tag nicht mehr als eine Randnotiz bleiben. Ansonsten, da sind sich viele Beobachter einig, wird der US-Präsident aber genüsslich die Bühne nutzen, die ihm die FIFA und Gianni Infantino unterwürfig bieten. Der Sport, schreibt die Initiative „Play the Game“, spiele in Trumps zweiter Amtszeit schließlich „eine zentrale Rolle“, als „bewusste Erweiterung des MAGA-Projekts“.

„Fairness und Stärke neu definiert“

Beispiele gefällig? Trump, der behauptet, Frauen schützen zu wollen, gab im Vorjahr die Anordnung „Männer aus dem Frauensport fernhalten“ heraus, die etwa Transgender-Athletinnen quasi vom Frauensport ausschließt. Doch nicht nur damit weitete er seinen „Kulturkampf“ auf den Sport aus. Trump, der auch noch bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles im Amt sein wird, hatte sich zuvor auch schon mit der NBA angelegt, beim ersten Finalspiel wurde er am Montag im Madison Square Garden kräftig ausgebuht. Er stempelte zudem jene Footballprofis, die während der Hymne als Zeichen gegen Rassismus knieten, als „unpatriotisch“ ab.

„Das Sportspektakel“, schrieb „Play the Game“, sei ein weiterer Kanal, über den Trump „seine Autorität und Nostalgie neu bekräftigt, indem er Fairness und Stärke neu definiert und bestimmte Gruppen von der Teilnahme ausschließt“. Bei MMA-Events lässt sich der US-Präsident regelmäßig feiern, auch beim Golf, Tennis oder nun sogar bei den NBA-Finals tauchte Trump auf. Beim Finale der Klub-WM im Vorjahr drängte er sich aufs Siegerpodest. Dass er seinen Vorschlag, den Fußball in den USA von „soccer“ in „football“ umzutaufen und die Sportart der NFL umzubenennen, nicht einlöste? Geschenkt.

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„Es geht in eine ähnliche Richtung wie bei Putin“

Und dennoch, warnte Minky Worden von Human Rights Watch, bestehe das Risiko, dass Trump die Fußball-WM „zur Waffe“ umfunktioniere. „Es geht in den USA in eine ähnliche Richtung wie bei Wladimir Putin und der Weltmeisterschaft 2018 und den Olympischen Winterspielen 2014“, sagte sie bei ntv.de. Trump, der nach dem Finale den WM-Pokal überreichen darf, beherrsche diese „Strategie für Autokraten und Diktatoren“ besonders gut. Und vielleicht kommt das Turnier aus innenpolitischer Sicht vor der Feier zum 250. Unabhängigkeitstag und den Midtermwahlen oder als Ablenkung im Irankrieg und in der Epstein-Debatte gerade recht. 

„Make America Great Again“ – mithilfe des Fußballs? Worden befürchtet eine „sehr gefährliche MAGA-isierung“ des Sports. Dass die FIFA dem Einhalt gebietet, ist nicht zu erwarten. Als Ermittlungen in den USA zum FIFA-Skandal von 2015 liefen, suchte Trump die Nähe zum Weltverband. Infantino, der ohne Trump womöglich nicht ins Amt gekommen wäre, hinterließ ihm kürzlich im Oval Office die WM-Trophäe und schuf obendrein den viel kritisierten „Friedenspreis“, als der Nobelpreis in weite Ferne rückte. 

„Trumps nationalistisches Projekt“, schreibt „Play the Game“, finde in Infantinos FIFA „das perfekte Sprachrohr“. Wie aber damit umgehen? Deutschland und der DFB täten gut daran, empfahl CSU-Sportpolitiker Stephan Mayer im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, sich zwar nicht zum „Steigbügelhalter“ für den US-Präsidenten zu machen, aber auch nicht zu glauben, „man könnte Donald Trump, im eigenen Land irgendetwas entgegnen“. Mayer rät dem Verband, „sich möglichst nicht provozieren zu lassen“. Es könne ja auch passieren, dass Trump „mit irgendwelchem Posts“ Stimmung gegen den DFB mache. Außer vielleicht am Sonntag.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid

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