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Startseite»Nachrichten»„Die Reserven sind aufgebraucht“: Putins Wirtschaft kommt an ihre Grenzen
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„Die Reserven sind aufgebraucht“: Putins Wirtschaft kommt an ihre Grenzen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 11, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Die Reserven sind aufgebraucht“Putins Wirtschaft kommt an ihre Grenzen

Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg bemüht sich Putin um Optimismus, während die Ukraine russische Raffinerien angreift.

Öl- und Gaseinnahmen brechen weg, Arbeitskräfte fehlen, die Sanktionen wirken: Für Russlands Wirtschaft sieht es düster aus, wie eine Studie zeigt. Die wirtschaftlichen Grundlagen haben sich deutlich abgeschwächt“, bilanziert der Chef des IfW.

Die russische Wirtschaft weist einer Studie zufolge deutliche Anzeichen struktureller Erschöpfung auf. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds seien vier Jahre nach dem Überfall auf die gesamte Ukraine von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent gesunken, heißt es in der Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics. Gleichzeitig habe das Defizit des Bundeshaushalts bereits in den ersten drei Monaten das für das gesamte Jahr angestrebte Ziel der Regierung überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen wiederum seien im ersten Quartal um 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum eingebrochen.

„In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht“, sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. „Die wirtschaftlichen Grundlagen haben sich deutlich abgeschwächt.“ Die fiskalischen Reserven seien weitgehend aufgebraucht. Das Wachstum sei zum Stillstand gekommen. „Gleichzeitig dürften höhere Ölpreise infolge des Krieges am Golf vermutlich nur vorübergehende fiskalische Effekte haben“.

Der Studie zufolge steht Russland nicht nur vor finanziellen Herausforderungen. Der Kreml stütze sich zunehmend auf außerbudgetäre Finanzierungen, eine rasche Kreditausweitung und indirekte Hilfen durch das Bankensystem, um die Militärausgaben aufrechtzuerhalten. Seit Kriegsbeginn sei die Verschuldung russischer Unternehmen dramatisch gestiegen, da Banken Ressourcen in kriegsbezogene Sektoren lenkten.

„Die grundlegende Einschränkung, mit der Russland heute konfrontiert ist, ist nicht der Zugang zu Geld, sondern der Zugang zu Arbeitskräften, Technologie und Produktionskapazitäten“, fügte Co-Autor Matthew Klein hinzu. Moskau könne zwar zusätzliche finanzielle Ressourcen mobilisieren. Doch angesichts eines Arbeitskräftemangels auf Rekordniveau und Sanktionen berge eine höhere Ausgabenpolitik zunehmend das Risiko, Inflation zu erzeugen, anstatt die militärische Leistungsfähigkeit zu steigern.

Abhängigkeit von China wächst

Der Analyse zufolge ist Russland zunehmend von China abhängig. Die Volksrepublik mache mittlerweile etwa 35 Prozent des russischen Außenhandels aus. Sie liefere den überwiegenden Teil der kritischen, zivil und militärisch nutzbaren Güter sowie der militärrelevanten Komponenten, die noch ins Land gelangten. Demnach ist China für rund drei Viertel des Anstiegs der russischen Importe von sanktionierten, kritischen militärischen Komponenten seit 2022 verantwortlich.

„Der Begriff einer ‚grenzenlosen Partnerschaft‘ verschleiert eine wachsende Asymmetrie“, hob Co-Autorin Alicia Garcia-Herrero hervor. „Russland hat einen wirtschaftlichen Rettungsanker erhalten, aber China hat an Einfluss gewonnen.“ Moskau sei in den Bereichen Handel, Technologie und Finanzen zunehmend von Peking abhängig, während China weiterhin frei ist, die Bedingungen der Beziehung zu diktieren.

Die Autoren argumentieren, dass Russlands wachsende wirtschaftliche Verwundbarkeit ein Zeitfenster für wirksamere politische Maßnahmen des Westens eröffnet. „Dazu gehören erneute Bemühungen, Russlands Schattenflotte einzuschränken“, sagte Co-Autor Torbjörn Becker. Außerdem schlagen die Autoren strengere Exportkontrollen – insbesondere in Bezug auf chinesische Lieferanten – sowie neue Maßnahmen zur Verringerung der russischen Exporteinnahmen vor.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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