Die Deutschen lassen sich digitale Abos immer mehr kosten. Fast jeder fünfte Haushalt gibt mehr als 100 Euro im Monat dafür aus. Auf Akzeptanz stoßen mittlerweile auch werbefinanzierte Modelle, so sie denn einen Preisvorteil bieten.
Deutsche Haushalte geben immer mehr Geld für digitale Abonnements aus. Zugleich wächst der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und Zahlungsbereitschaft der Nutzerinnen und Nutzer. Das geht aus einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Frankfurt hervor.
Die durchschnittlichen Ausgaben pro Haushalt stiegen binnen eines Jahres von 55 auf 62 Euro im Monat. Fast jeder fünfte deutsche Haushalt (19 Prozent) zahlt inzwischen sogar mehr als 100 Euro für digitale Abonnements – im Vorjahr waren es noch 15 Prozent. Diese kleine, aber kaufkräftige Gruppe von Nutzerinnen und Nutzer treibe das Wachstum des Marktes maßgeblich, heißt es von den Experten.
Besonders auffällig: Während die Ausgaben hierzulande steigen, sanken sie in Frankreich zuletzt. Dort geben Haushalte im Schnitt 41 Euro pro Monat für digitale Angebote aus.
Ausgaben auf Social Media
Hierzulande ist Social Media mittlerweile ein wichtiger Wettbewerber – schon jetzt zahlen 28 Prozent der Deutschen für Inhalte von Influencern oder Content Creators. In Europa etwa hatte Meta 2023 bereits kostenpflichtige Versionen von Facebook und Instagram eingeführt, bei denen es keine Werbung gibt.
Ein ähnliches Modell gibt es bei YouTube. Das stärkste Wachstum verzeichnet aber der Streaming-Dienst Twitch, dessen kostenpflichtige Abonnements von fünf Prozent auf acht Prozent zulegten.
Von wegen Datenschutz
Auffällig ist zudem, dass 71 Prozent der Befragten in Deutschland bereit wären, personenbezogene Daten für KI-Anwendungen freizugeben, wenn dadurch digitale Bezahlangebote verbessert würden. Damit liegen die Deutschen vor den Briten (69 Prozent) und den Franzosen (52 Prozent). Transparenz über die Datennutzung erhöhe die Akzeptanz zusätzlich.
29 Prozent der Deutschen würden der Nutzung personenbezogener Daten sogar ohne vorherige Information zustimmen. Der Anteil in Frankreich und im Vereinigten Königreich ist deutlich geringer.
Auf Akzeptanz stoßen mittlerweile auch werbefinanzierte Modelle: Über alle Segmente hinweg ist etwa die Hälfte der Abonnentinnen und Abonnenten bereit, Werbung zu akzeptieren – als Kündigungsgrund wird Werbung sowohl bei Spotify, Netflix, Amazon Prime Video als auch Disney+ seltener als im Vorjahr genannt. Allerdings gilt das nur, sofern es durch Werbung eine Reduzierung des Abonnementpreises gibt.
Zahl der Abos unverändert
Konstant geblieben sind Abonnements pro Haushalt, mit durchschnittlich 2,3. Gleichzeitig steigt die Nutzung beliebter Dienste aber rasant an: Spotify führt das Feld an – fast alle Abonnenten hören mehrmals pro Woche, gut die Hälfte sogar täglich. Auch HD+ wird fleißig genutzt, während YouTube Premium mit seiner täglichen Nutzung dicht aufholt.
Presse wird zum Verlierer
Während Streaming- und Gaming-Angebote wachsen, verliert die digitale Presse an Boden. Nur noch 14 Prozent der Haushalte verfügen über ein kostenpflichtiges Online-Nachrichtenabo. Befragte geben laut der Studie steigende Preise und mangelnde Qualität als Hauptgründe für Kündigungen an.
Für die repräsentative Studie wurden insgesamt rund 7.500 Menschen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt, darunter rund 2.500 in deutschen Haushalten mit mindestens einem kostenpflichtigen Digitalabo. Erhoben wurden unter anderem Nutzung und Zahlungsbereitschaft.
