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Spürbarer Kaufkraftverlust: So stark wird die Inflation noch steigen – „pünktlich zu den Sommerferien“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Spürbarer KaufkraftverlustSo stark wird die Inflation noch steigen – „pünktlich zu den Sommerferien“

11.06.2026, 19:06 Uhr Von Christina Lohner
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In den vergangenen Jahren haben die Preise bereits deutlich zugelegt. (Foto: picture alliance / dpa)

Erstmals seit Jahren sieht sich die EZB zu einer Zinserhöhung gezwungen, um die starke Teuerung einzudämmen. Verbraucher müssen sich auf weitere schmerzhafte Preiserhöhungen einstellen. 

US-Präsident Donald Trump ist wohl der Einzige, der von sich behauptet, die Inflation zu „lieben“. Die stark gestiegenen Verbraucherpreise veranlassen die Europäische Zentralbank (EZB) zum ersten Mal seit 2023, die Leitzinsen anzuheben. Im Mai lagen die Preise in der Eurozone bereits 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Und das ist trotz Zinserhöhung nicht das Ende der Fahnenstange.

Schuld ist der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs. Noch trotzt der Ölpreis der jüngsten Eskalation im Nahen Osten, doch es droht ein weiterer Schock. Carsten Brzeski, ING-Chefökonom für Deutschland, erwartet, dass die Straße von Hormus noch bis Ende Juli blockiert bleibt und der Ölpreis dadurch auf 120 bis 130 Dollar pro Barrel steigen wird, wie er ntv.de sagt. Gleichzeitig hat die Bundesregierung das Ende des Tankrabatts verkündet. „In diesem Szenario wird die Inflationsrate pünktlich zu den Sommerferien bei über vier Prozent stehen und dort auch bis zum Jahresende verharren“, prognostiziert Brzeski für Deutschland.

Der Tankrabatt drückte die hiesige Inflationsrate im Mai noch auf 2,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im Monat zuvor. Im April hatten die Energiepreise laut Statistischem Bundesamt um 10 Prozent angezogen, im Mai kosteten Haushaltsenergie und Sprit noch 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unternehmen werden die gestiegenen Energie-, Produktions- und Transportkosten zeitversetzt an ihre Kunden weitergeben, das treibt auch die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen.

„Größter Inflationstreiber bleiben die Energiepreise, hinzu kommen in den kommenden Monaten aber auch noch Transportkosten, Lebensmittelpreise und zum Jahresanfang dann höhere Gas- und Elektrizitätspreise“, sagt Brzeski. „Unter dem Strich steht dann für dieses Jahr eine durchschnittliche Inflation von 3,6 Prozent.“ Vor Beginn des Iran-Kriegs waren Ökonomen fürs Gesamtjahr von knapp über zwei Prozent ausgegangen. Zwei Prozent sind das mittelfristige Ziel der EZB, um Preisstabilität zu gewähren.

Ebenfalls deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). „Wir rechnen in diesem Jahr mit einer Inflationsrate von 2,9 Prozent und im kommenden Jahr mit 3,0 Prozent“, sagt die Leiterin des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik, Geraldine Dany-Knedlik, ntv.de. „Die höheren Transportkosten dürften sich erst gegen Jahresende auf andere Güter und Dienstleistungen übertragen“, sodass auch die Kerninflation – die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie – noch erhöht bleibe.

„Die Folge ist ein spürbarer Kaufkraftverlust“, warnt Dany-Knedlik. „Die real verfügbaren Einkommen stagnieren in diesem Jahr nahezu, und das bremst den privaten Konsum und damit die ohnehin fragile Erholung.“

Besonders schmerzhaft für die Verbraucher ist das hohe Ausgangsniveau, schließlich sind die Preise in den vergangenen Jahren bereits stark gestiegen. Lebensmittel etwa verteuerten sich bis Ende des vergangenen Jahres um 37 Prozent im Vergleich zu Ende 2019 – während die Preise insgesamt in dem Zeitraum um gut ein Fünftel zulegten. Je nach Verlauf des Iran-Kriegs droht nun ein weiterer Preisschock bei Lebensmitteln ähnlich wie nach Russlands Angriff auf die Ukraine.

„Entscheidend ist jetzt, dass die Geldpolitik früh und klar gegensteuert, anders als in der Energiepreiskrise 2022“, mahnt Dany-Knedlik. Die Forschung zeige, dass ein entschlossenes Vorgehen einen solchen Schock wirksam eindämme – bei nur kurzlebigen Wachstumseinbußen. „Wer früh reagiert, muss am Ende weniger straffen.“

Quelle: ntv.de

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