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Startseite»Nachrichten»Kriminelle Machenschaften: Mehr als jedes zehnte Olivenöl ist gepanscht
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Kriminelle Machenschaften: Mehr als jedes zehnte Olivenöl ist gepanscht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Kriminelle MachenschaftenMehr als jedes zehnte Olivenöl ist gepanscht

Viele der untersuchten Olivenöle wiesen Mängel auf oder waren gepanscht. (Foto: IMAGO/Zoonar)

Olivenöl steht für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart. Und ist ziemlich teuer geworden. Noch dazu hat die Qualität der Öle in letzter Zeit rapide nachgelassen. Elf Prozent der Öle der höchsten Güteklasse sind laut einer Untersuchung mit billigen Fremd­ölen gestreckt.

Olivenöl zählt zu den beliebtesten Speiseölen weltweit – doch nicht immer ist in den Flaschen und Kanistern auch drin, was draufsteht. In den letzten Jahren häufen sich die Berichte über Verfälschungen von Olivenöl zunehmend. Dies spiegelt sich auch in einer Untersuchungen wider, die das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart durchgeführt hat. Das Zentrallabor prüft regelmäßig Olivenöle auf deren Qualität, Zusammensetzung und Verunreinigungen.

Bei der diesjährigen Untersuchung von über 500 Olivenölen wurden elf Prozent aller untersuchten „nativen Olivenöle extra“ als verfälscht identifiziert. In den Vorjahren lag die Quote für Verfälschungen üblicherweise bei zwei bis drei Prozent der Olivenölproben, wie auch die Stiftung Warentest berichtet. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um raffiniertes, häufig auch ranziges Sonnenblumenöl, welches mit Farb- und Aromastoffen versetzt wurde, um das Aussehen und den Geschmack von Olivenöl vorzutäuschen.

Diese Olivenöl-Fälschungen wurden dann in großen Mengen, häufig in 5-Liter-Kanistern, über kleine Einzelhändler, die Gastronomie und insbesondere auch über Online-Marktplätze zu handelsüblichen Preisen von „Nativem Olivenöl Extra“ in den Verkehr gebracht. Olivenöl ist unter normalen Erntebedingungen etwa drei- bis viermal so teuer wie Sonnenblumenöl. Infolge der Ernteausfälle von 2022 bis 2024 stiegen die Preise jedoch drastisch an – zeitweise kostete der Liter Olivenöl bis zu neunmal mehr als der Liter Sonnenblumenöl.

Attraktiven Ziel für kriminelle Machenschaften

Der Klimawandel stellt den Olivenanbau in Europa vor große Herausforderungen. Extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre und Überschwemmungen führten in den Erntejahren 2022/23 und 2023/24 zu erheblichen Ernteausfällen – insbesondere in Spanien und Griechenland. Auch die Verbreitung von Schädlingen wie der Olivenfruchtfliege beeinträchtigen zunehmend den Olivenanbau. Diese starken Ernteeinbußen konnten auch durch Importe aus Drittstaaten nicht vollständig ausgeglichen werden. Als Folge stiegen die Preise für Olivenöl in den Supermärkten deutlich an. Gleichzeitig machten die hohen Preise Olivenöl zu einem attraktiven Ziel für eine kriminelle Bereicherung durch Produktfälschungen. 

Das CVUA bean­standete aber nicht nur gestreckte Öle: Insgesamt 43 Prozent der 534 untersuchten Olivenöle wiesen Mängel in Qualität und Kenn­zeichnung auf. Im Vorjahr lag die Bean­standungs­quote noch bei 38 Prozent.

In der sensorischen Prüfung etwa fielen native Olivenöle extra mit Fehlern in Geschmack und Geruch auf. Die Kenn­zeichnung nativ extra stimmte damit nicht. Öle mit leichten sensorischen Fehlern lassen sich teils noch als nied­rigere Qualitäts­stufe „nativ“ vermarkten, sofern noch eine Oliven­fruchtig­keit erkenn­bar ist. Produkte mit starken Fehlern gehören in die Kategorie „Lampantöl“. Dieses darf nicht als Lebensmittel verkauft werden.

Das CVUA betont aber, dass die genannten Zahlen nicht repräsentativ für den gesamten Olivenölmarkt sind. Die zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung erheben ihre Proben risikoorientiert – das bedeutet, dass bei vielen Ölen ein Verdacht bestand, dass etwas nicht stimmt, weshalb dem CVUA Stuttgart vermehrt auffällige oder verdächtige Proben zur Untersuchung vorgelegt werden.

Quelle: ntv.de, awi

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