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Startseite»Politik»Kongo: Alltag, Heiraten und Fußball in Zeiten von Ebola
Politik

Kongo: Alltag, Heiraten und Fußball in Zeiten von Ebola

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.06.2026 • 09:14 Uhr

Wie feiert man die eigene Hochzeit oder den WM-Auftritt der Nationalmannschaft, während Ebola grassiert? Die Menschen im kongolesischen Bunia sind verunsichert. Doch die Angst soll das Leben nicht beherrschen.

Karin Bensch

Vermummte Männer in weißen Ganzkörperanzügen sind unterwegs in Bunia, der Provinzhauptstadt der Region, die stark von Ebola betroffen ist. Einer dieser Männer ist Robert Nshimweray. Er arbeitet als Notfallmediziner für die US-Hilfsorganisation „International Medical Corps“.

„Was wir hier tun, ist, Menschen mit Ebola-Symptomen in den Gemeinden aufzufinden. Wir kümmern uns um sie und bringen sie zu Behandlungszentren, damit sie richtig versorgt werden.“

Einen Monat ist es her, dass der Ausbruch offiziell bekannt wurde. Seitdem gibt es rund 800 bestätigte Ebola-Infizierte und knapp 200 nachgewiesene Todesfälle. Das Problem: Gegen diese seltene Ebola-Variante gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Um den Ausbruch einzudämmen, werden Infizierte isoliert, ihre Symptome werden mit Medikamenten behandelt, ihre sozialen Kontakte nachverfolgt.

„Der Höhepunkt liegt nicht hinter uns, sondern vor uns“

Fachleute rechnen damit, dass die Ebola-Zahlen weiter steigen werden. Bruno Michon, der für die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften arbeitet, warnt vor einem langen Kampf. „Der Höhepunkt der Epidemie liegt nicht hinter uns, sondern vor uns. Wir fürchten, dass es ein Jahr dauern kann, bis der Ausbruch beendet ist.“

Auf den Straßen von Bunia sind viele Menschen verunsichert. Auch Letise Lisa, eine junger Mann auf einem Motorrad, macht sich große Sorgen. „Wir sind vorsichtig, schützen uns vor Ebola, aber trotzdem wird die Lage schlimmer“, sagt er. Man sehe viele Krankenwagen, jeden Tag höre er davon, dass Menschen sterben. „Das tut weh und macht uns Angst.“

Trotz der Ebola-Epidemie finden in Bunia Hochzeiten statt – mit feiernden Gästen, wie hier am 6. Juni.

Mit Abstand und ohne Küsse

„Angst darf nicht das Leben beherrschen“, meint Solange Hahati. Die junge Frau hat sich entschieden in Ebola-Zeiten zu heiraten. Mit Abstand, ohne Küsse, ohne Umarmungen.

„Ursprünglich hatten wir mal 300 Gäste zu unserer Hochzeit eingeladen“, erzählt die Braut. „Aber letztendlich kamen nur 50 in die Kirche rein. Es war hart für uns, denn eigentlich wollten wir mit all unseren Freunden feiern.“

Auch Nachtleben gibt es in Bunia weiterhin. Ob es beim WM-Spiel der Nationalmannschaft gegen Portugal gedrängter ist, wird sich zeigen.

Erste WM seit 1974

Auch Feiern bei der Fußball-WM ist ein großes Problem in Zeiten von Ebola. Heute Abend spielt die Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo gegen Portugal. Ein riesiges Event für viele Menschen im Land, denn zuletzt war die kongolesische Nationalelf 1974 bei einer Fußball-Weltmeisterschaft dabei – also vor 52 Jahren. Damals hieß das Land noch Zaire.

Anderseits empfinden viele Menschen in dem Land, in dem es seit Jahrzehnten Krisen und Kämpfe gibt, Fußball als Klebstoff für die Gesellschaft. Ein kongolesischer Fußballfan bringt es auf den Punkt. Er sagt: Es gebe nicht viele Dinge, die die Menschen im Kongo glücklich machten. Aber Fußball vereine alle.

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