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Startseite»Politik»Milliarden für Tore – Saudi-Arabiens Investitionen in den Fußball
Politik

Milliarden für Tore – Saudi-Arabiens Investitionen in den Fußball

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 22, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.06.2026 • 11:23 Uhr

Ob durch im Land verpflichtete Spieler, Werbung oder Sponsoring: Saudi-Arabien ist bei der WM omnipräsent. Viele Milliarden hat das Land in den vergangenen Jahren in den Sport investiert – vor allem mit zwei Zielen.

Moritz Behrendt

Schon beim ersten Tor dieser Weltmeisterschaft führte eine Spur nach Saudi-Arabien: Der Mexikaner Julian Quinones steht in der Saudi Pro League unter Vertrag, wurde dort zuletzt Torschützenkönig – noch vor Cristiano Ronaldo, der seit einigen Jahren auch in Saudi-Arabien spielt.

Insgesamt 47 Spieler aus der saudischen Profiliga sind bei der Fußball-WM im Einsatz, nur aus den großen europäischen Ligen sind es mehr.

„Sechs Milliarden Dollar in Sport investiert“

„Jeder, der die Fußball-WM einigermaßen aufmerksam verfolgt, wird den Fußabdruck Saudi-Arabiens tatsächlich in allen Stadien mitbekommen“, sagt Sebastian Sons, Experte für die Golfregion des Bonner Thinktanks Carpo. Sons spricht von der Bandenwerbung des großen staatlichen Ölkonzerns Aramco und anderer saudischer Unternehmen sowie dem Sponsoring durch den staatlichen Investmentfonds.

„Saudi-Arabien hat zwischen 2021 und 2024 insgesamt sechs Milliarden US-Dollar in den Sport investiert, davon am meisten in den Fußball“, so Sons. „Dahinter rangieren mit relativ weitem Abstand Motorsport und Boxen, aber auch zum Beispiel E-Sports und Martial Arts.“

„Darf nicht genutzt werden, Repressionen zu verschleiern“

Zwei Ziele verfolge das Königreich mit den Milliarden für den internationalen Sport. Einerseits will das Land international auf sich aufmerksam machen. Spätestens 2034, wenn die Fußball-WM im Land stattfindet, wird alle Welt auf Saudi-Arabien schauen.

Kritiker befürchten, dass die miserable Menschenrechtsbilanz dadurch verdeckt werden soll – von Sportswashing ist die Rede.

Der im Exil lebende Anwalt Taha al-Hadji sagt: „Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Saudi-Arabien darf nicht dazu genutzt werden, Menschenrechtsverletzungen und Repressionen zu verschleiern oder das Image des Landes aufzupolieren. Vielmehr sollte dies ein Anlass sein, um die Verletzungen zu beenden.“ Al-Hadji kritisiert vor allem die hohe Zahl an Hinrichtungen im Land.

Ziel, die Wirtschaft breiter aufzustellen

Das zweite Ziel der Gelder für den Sport: Sie sollen dabei helfen, die saudische Wirtschaft zu diversifizieren, das Land weniger abhängig zu machen vom Erdölexport. Dieser bleibt weiterhin die wichtigste Einnahmequelle, aber nicht zuletzt der Krieg am Golf hat den Herrschern in Riad deutlich gemacht, dass es mittelfristig nicht ausreicht, nur auf Öl zu setzen.

Aber nicht alle Vorhaben und Investitionen bringen die Neuausrichtung der eigenen Wirtschaft voran, manche haben sich als Millionengräber erwiesen. Das habe auch bei der Sportfinanzierung Konsequenzen, so Sebastian Sons. „Da denkt man um, man priorisiert mittlerweile bestimmte Projekte, vor allen Dingen die Fußballweltmeisterschaft 2034, vor allem auch das einheimische Formel-1-Rennen“, erklärt Sons.

Aus anderen „sportlichen Abenteuern“, ziehe man sich aber eher zurück. So kündigte der saudische Investmentfonds im April an, seine Unterstützung für die vor wenigen Jahren gegründete Golftournee LIV bis zum Ende des Jahres einzustellen.

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