Currywurst mit Pommes ist ein Klassiker – auch im Bordbistro der Bahn. Doch künftig müssen Bahnreisende auf die beliebte Beilage verzichten. Grund ist eine EU-Verordnung zum Klimaschutz.
Gäbe es noch Pommes im Bordbistro der Bahn ohne die „EU-F-Gase-Verordnung 2024/573“? Zumindest hat dieses Gesetz zur Verminderung der fluorierten Treibhausgase dazu beigetragen.
Diese klimaschädlichen Gase finden sich nicht in den Pommes – aber in den Gefrierschränken der Bordbistros. Dort wurden die Pommes gelagert, die als Tiefkühl-Pack geliefert werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Bahn verzichtet darauf. Der Gesetzgeber hat sie praktisch zum Handeln gezwungen.
Mit alten Kühlsystem gibt es kein Nachsehen mehr. Laut Bundesumweltamt geht es um die schrittweise Beschränkung der am Markt verfügbaren Mengen an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) bis zum Ausstieg im Jahr 2050.
EU will klimafreundliche Alternativen fördern
Die „F-Gase-Verordnung“ trat schon im März 2024 in Kraft. Die EU will klimafreundliche Alternativen fördern. Klassische Kältemittel werden teurer und werden verknappt.
Die Bahn nutzt die Gelegenheit, um auf komplizierte Tiefkühlketten ganz zu verzichten. Betroffen ist nicht nur die Bahn. Ab diesem Jahr greifen wichtige Umsetzungsfristen. Zwar dauert es noch bis zu einem kompletten „Wartungsverbot“ der Altanlagen mit recycelten Gasen ab 2032, aber viele Supermarktketten haben längst in neue Anlagen investiert.
Seit Januar darf kein klimaschädliches Gas mehr in neuen Geräten verwendet werden. In Altanlagen darf nur noch recyceltes nachgefüllt werden. Deutschland hatte die EU-Vorgabe im April umgesetzt – mit dem „Fünften Gesetz zur Änderung des Chemikaliengesetzes“.
Supermärkte rüsten um
Die Bahn rangiert die Gefrierschränke aus – große Supermärkte und Discounter machen das natürlich nicht. Hier läuft die Umrüstung auf Hochtouren. Die meisten neuen und modernisierten Märkte sind mit ihren Lagern und Tiefkühlschränken laut Branchenangaben auf dem neuesten Stand.
In kleineren Geschäften und Metzgereien soll es aber noch Nachholbedarf geben. „Die Zahlen sind immer noch zu hoch“, heißt es in der EU-Kommission mit Blick auf alte klimaschädliche Kältemittel. Die alten Anlagen müssen ausgetauscht werden – mit alternativen Kältemitteln.
Ab 2027 gibt es strenge Grenzwerte für Wärmepumpen. Als zukunftssicher gelten Geräte mit dem Kältemittel Propan. Die Umstellung erweist sich als kostspielig. Alternativstoffe wie Propan sind brennbar. Die Kühlanlage müssen ganz anders aufgebaut sein. Die Wartung ist komplexer.
Auch Cola ohne Eiswürfel
Im Bordbistro der Bahn geht es nicht so aufwändig zu – trotzdem: Neue Tiefkühlschränke gibt es nicht mehr. Und auch der Wunsch nach Eiswürfeln an heißen Tagen wird wahrscheinlich unerfüllt bleiben.

