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Startseite»Nachrichten»Nach Verschärfung des Zugangs: Halle pfeift Badchef mit umstrittener Deutschkenntnis-Regel zurück
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Nach Verschärfung des Zugangs: Halle pfeift Badchef mit umstrittener Deutschkenntnis-Regel zurück

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nach Verschärfung des Zugangs Halle pfeift Badchef mit umstrittener Deutschkenntnis-Regel zurück

„Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen“, sagte der Geschäftsführer des Standbads in Halle. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine neue Eintrittsregel im Heidebad in Halle sorgt für Kritik. Der Geschäftsführer will nur Menschen mit ausreichenden Deutschkenntnissen in das Strandbad lassen. Er fürchtet angeblich um die Sicherheit seiner Badegäste. Nun schreitet die Stadt ein.

Die Stadt Halle hat Medienberichten zufolge den Betreiber des Heidebads aufgefordert, seine umstrittene Einlassregel sofort zurückzunehmen. Dazu habe es ein Telefonat und ein entsprechendes Schreiben gegeben, teilte Stadtsprecher Drago Bock mit. Ziel sei, schnellstmöglich eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. 

Der Geschäftsführer des Standbads in Sachsen-Anhalt, Mathias Nobel, hatte zuvor die Regel eingeführt, wonach Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen, im Einzelfall nicht mehr hereingelassen werden. „An unserem Eingang wird Deutsch gesprochen. Wenn am Eingang auffällt, dass es Verständigungsprobleme gibt, entscheiden wir im Einzelfall, wie verfahren wird“, sagte der Badbetreiber auf Anfrage. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, so Nobel. Diese Entscheidung sorgte bundesweit auch für Kritik. 

Das Hausrecht dürfe nicht dafür genutzt werden, um ganze Bevölkerungsgruppen vom Eintritt in das Bad auszuschließen, zitiert der MDR den Sprecher der Stadt. Demnach rechtfertige die Gefahrenabwehr, wie in dem Fall das Verstehen von Baderegeln, keine pauschalen Verbote. „Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als ausländerfeindlich wahrgenommen werden kann, würde das Ansehen der Stadt beschädigen und verstieße gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht“, sagte Bock zudem in der „Bild“-Zeitung.

Anlass für die neue Regel war laut Nobel ein Vorfall am vergangenen Wochenende, bei dem ein Kleinkind aus metertiefem Wasser von seinem Personal gerettet werden musste. Ihm gehe es darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am und im Wasser verhalten müssten, sagte er. Dabei spiele die Sprache eine wichtige Rolle, aber nicht nur. „Wenn die Sprachkenntnis eher schlecht ist, wir aber das Gefühl haben, dass die Menschen wissen, wie man sich am Wasser verhalten wird, dürfen sie natürlich bei uns baden.“ Für seine Entscheidung sei er dennoch auch kritisiert worden, so der Geschäftsführer des Bades. Er wolle dabei aber konsequent bleiben“, sagte er vor der Aufforderung der Stadt.

Das Vorgehen des Strandbades läge nicht im Interesse der Stadt Halle. Wegen der Verhältnismäßigkeit müssten außerdem zunächst mildere Maßnahmen einem pauschalen Verbot vorgezogen werden, so der Stadtsprecher. Halle hat dem Badbetreiber nun Unterstützung angeboten, um die Sicherheit auf anderem Wege zu erreichen. „Ziel der Stadt ist es, zu helfen, die Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, um die Sicherheit und die Gesundheit aller Badenden zu gewährleisten“, sagte Stadtsprecher Bock. „Insofern richten sich mögliche Hilfsangebote an all jene, die nicht lesen können oder die deutsche Sprache aus unterschiedlichen Gründen nicht beherrschen. Das können Piktogramme, Übersetzungen oder QR-Codes mit mehrsprachigen Angeboten sein.“

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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