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Betrugsmaschen

Vorsicht: Sarah Connor KI-Fake täuscht mit Abnehmprodukt-Werbung!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 30, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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📖Wie lassen sich Deepfake-Videos und Stimmen erkennen? Antworten finden Sie im Leitfaden Deepfakes.

Aktuell wird auf Facebook ein Video (Archiv) verbreitet, das wie ein Ausschnitt aus einer seriösen Fernsehsendung aussieht. Zu sehen ist Sarah Connor, dazu das Logo von Radio Bremen – genau das soll offenbar Vertrauen schaffen.

Unsere Prüfung zeigt: Sarah Connor bewirbt in diesem Clip kein Abnehmprodukt. Das gezeigte Bildmaterial stammt aus einem echten Auftritt in der Sendung „3nach9 – Die Mutter aller Talkshows“ von Radio Bremen. Die dort verbreitete Werbeaussage wurde dem Material nachträglich untergeschoben.

Der echte Ursprung ist ein 3nach9-Auftritt

Der Originalbeitrag ist in der ARD Mediathek unter dem Titel „Sarah Connor – Sängerin“ zu finden. Er wurde am 15. November 2024 veröffentlicht und ist laut ARD bis 15. November 2026 verfügbar.

Dort geht es um Sarah Connor als Sängerin und ihren Besuch bei „3nach9“. Ein Abnehmprodukt, eine Wellness-Empfehlung oder eine entsprechende Werbeaussage kommen im Originalkontext nicht vor.

Genau hier liegt der zentrale Bruch: Das Video nutzt echtes TV-Material, aber verändert die Aussage. Für Zuschauerinnen und Zuschauer wirkt das zunächst glaubwürdig, weil Bild, Studio, Senderlogo und prominente Person echt aussehen. Die beworbene Botschaft gehört jedoch nicht zu diesem Auftritt.

Die Stimme passt nicht zum Original

Der aktuell verbreitete Clip legt offenbar eine künstlich erzeugte Tonspur über das echte Fernsehmaterial. Eine technische Prüfung mit Hive Detect stufte die Sprache im geprüften Video mit 99,3 Prozent als wahrscheinlich KI-generiert ein.

Sarah Connor: KI-Fake wirbt für Abnehmprodukt

Solche Erkennungstools sind kein alleiniger Beweis. Sie können Hinweise liefern, ersetzen aber keine inhaltliche Prüfung. In diesem Fall passt das Ergebnis jedoch zu den übrigen Auffälligkeiten: Der Inhalt weicht vom Originalvideo ab, die angebliche Empfehlung ist im ARD-Beitrag nicht zu finden und der Link führt nicht zu einer offiziellen Quelle.

Bewertung: Das Video ist ein KI-Fake mit echtem Ausgangsmaterial.

Der Link führt auf eine fremde Wellness-Seite

Unter dem Facebook-Video führt ein Link auf die Domain auroralenthos.com. Dort findet sich keine nachvollziehbare journalistische Quelle, keine seriöse Produktprüfung und keine erkennbare Verbindung zu Sarah Connor, Radio Bremen oder der ARD.

Stattdessen erscheinen allgemein gehaltene Wellness-Formulierungen über „Balance“, „Wohlbefinden“, „natürliche Inhaltsstoffe“ und angebliche Erfahrungsberichte. Solche Seiten arbeiten häufig mit austauschbaren Versprechen, die nicht konkret belegt werden.

Das ist typisch für Werbe- und Betrugsmaschen rund um angebliche Abnehmprodukte: Ein Prominentenname erzeugt Aufmerksamkeit, ein bekanntes Medienlogo schafft Vertrauen, und die Weiterleitung führt anschließend auf eine Verkaufs- oder Datenseite außerhalb des seriösen Umfelds.

Warum der Fake glaubwürdig wirkt

Der Trick funktioniert, weil mehrere vertraute Elemente kombiniert werden. Sarah Connor ist bekannt, Radio Bremen wirkt seriös, das Studio sieht echt aus. Wer das Video nur kurz sieht, kann leicht annehmen, es handle sich um einen echten TV-Ausschnitt.

Dazu kommen Formulierungen, die bewusst beruhigend wirken: einfache Routine, natürliche Inhaltsstoffe, mehr Energie, kein Abo, keine Verpflichtung. Diese Wörter sollen Zweifel senken und zum schnellen Klick verleiten.

Auch der Name Eckart von Hirschhausen wird im Umfeld solcher Clips häufig eingesetzt, um medizinische oder gesundheitliche Glaubwürdigkeit vorzutäuschen. Das Muster ist bekannt: Prominente Namen, bekannte TV-Bilder und künstlich erzeugte Stimmen werden kombiniert, damit eine Werbebotschaft wie eine echte Empfehlung aussieht.

Was Nutzer jetzt beachten sollten

Nicht auf den Link klicken. Keine persönlichen Daten eingeben. Nichts bestellen. Keine Zahlungsdaten hinterlegen.

Wer bereits bestellt oder bezahlt hat, sollte Abbuchungen prüfen, den Zahlungsanbieter kontaktieren und die Anzeige bei Facebook melden. Bei unklaren Abbuchungen kann auch eine Rückbuchung oder Sperrung der Karte nötig sein.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Wichtig ist außerdem: Das Senderlogo allein beweist nichts. Entscheidend ist, ob der Link tatsächlich zur ARD, zu Radio Bremen oder zu einer offiziellen Seite der genannten Person führt. Bei solchen Promi-Videos lohnt sich immer der Abgleich mit dem Originalbeitrag.

Bewertung

Bewertung: Manipuliert. Das Video nutzt offenbar echtes TV-Material von Sarah Connor bei Radio Bremen, stellt es aber in einen falschen Zusammenhang und versieht es mit einer KI-generierten Werbestimme. Sarah Connor bewirbt in diesem Clip kein Abnehmprodukt.

FAQ zum Thema Sarah Connor und Abnehmprodukt

Bewirbt Sarah Connor auf Facebook ein Abnehmprodukt?

Nein. Nach unserer Prüfung gibt es keinen belastbaren Hinweis, dass Sarah Connor die im Video verbreitete Werbeaussage gemacht hat. Das Material stammt aus einem echten TV-Auftritt, wurde aber manipuliert.

Ist das Radio-Bremen-Video echt?

Das Ausgangsmaterial ist echt. Es stammt aus der Sendung „3nach9 – Die Mutter aller Talkshows“. Falsch ist der daraus gemachte Werbekontext.

Warum ist das Video ein KI-Fake?

Die Tonspur passt nicht zum Originalkontext und wurde bei einer technischen Prüfung als sehr wahrscheinlich KI-generiert eingestuft. Entscheidend ist aber vor allem: Die angebliche Aussage kommt im Originalbeitrag nicht vor.

Was ist auroralenthos.com?

Die Domain ist keine offizielle Seite von Sarah Connor, Radio Bremen oder der ARD. Sie wirkt wie eine allgemeine Wellness-Seite mit Werbeversprechen und angeblichen Erfahrungsberichten.

Was sollte ich tun, wenn ich dort bestellt habe?

Prüfe deine Abbuchungen, kontaktiere den Zahlungsanbieter und sichere Bestellbestätigungen oder Screenshots. Melde die Anzeige außerdem bei Facebook.

Du hast diesen Fall jetzt geprüft gesehen.
Aber täglich fallen Tausende auf solche Maschen herein – oft Menschen, die du kennst.
Wir prüfen jeden Tag neue Fälle. Damit weniger Leute darauf reinfallen.

Was passiert, wenn solche Inhalte nicht erkannt werden?

💸BetrugMenschen verlieren Geld – oft ohne es sofort zu merken.

🧠ManipulationMeinungen werden gezielt verzerrt – auf Basis falscher Fakten.

📢MassenverbreitungMillionen sehen falsche Inhalte – und teilen sie weiter.

Seit über 15 Jahren. Unabhängig. Ehrenamtlich.

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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