Fast 12.500 Hitzetote gibt das Robert Koch-Institut für dieses Jahr an. Es handelt sich allerdings um Schätzungen und statistische Berechnungen. Patientenschützer wollen das ändern – und Hitze als Todesursache auf Totenscheinen vermerken.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, dass Hitze als Todesursache auf Totenscheinen vermerkt wird. „Den Folgen des Klimawandels muss endlich ein Gesicht gegeben werden“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Rheinischen Post. Das Robert Koch-Institut (RKI) berechne die Zahl der Hitzetoten mithilfe von statistischen Modellrechnungen und Künstlicher Intelligenz – die genauen Zahlen kenne niemand.
Es gelte, hitzebedingte Todesfälle auf dem Totenschein als Todesursache zu vermerken, sagte Brysch. „Ebenso muss festgehalten werden, ob der Hitzetod im Krankenhaus, Pflegeheim oder zu Hause eingetreten ist.“ Nur so würden „die Konsequenzen einer auf die klimatischen Veränderungen unvorbereiteten Regierung schonungslos offengelegt“.
Übersterblichkeit als Basis von RKI-Berechnung
Hitze an sich führt selten unmittelbar zum Tod. Oft ist es eine Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen, die zum Tod führt. Auch deshalb wird Hitze auf dem Totenschein bisher nicht als Todesursache angegeben und taucht nicht in der Statistik auf.
Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird vom RKI durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze berechnet. Daraus ergibt sich die sogenannte Übersterblichkeit – also, dass in einem bestimmten Zeitraum mehr Menschen sterben, als normalerweise zu erwarten wäre. Zuletzt sprach das RKI von 12.500 Hitzetoten in diesem Jahr.
