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Startseite»Politik»Studie: HPV-Impfung drückt Krebs-Sterberisiko auf nahezu null
Politik

Studie: HPV-Impfung drückt Krebs-Sterberisiko auf nahezu null

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.06.2026 • 16:07 Uhr

Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kann Krebserkrankungen und Todesfälle effektiv verhindern – das zeigt eine aktuelle, englische Studie. Doch in Deutschland wird sie noch zu wenig genutzt.

Humane Papillomviren (HPV) verursachen schwere Krebserkrankungen, die jedes Jahr zu 2.000 Todesfällen führen. Wie eine aktuelle Studie aus England zeigt, könnte ein Großteil dieser Fälle verhindert werden – durch die HPV-Impfung. Doch die Impfquoten in Deutschland sind niedrig.

Die Einführung von HPV-Impfungen in England hat das Risiko für junge Frauen, an Gebärmutterhalskrebs zu sterben, laut der wissenschaftlichen Studie, die im Magazin The Lancet veröffentlicht wurde, minimiert. Besonders auffällig: Bei den 20- bis 24-Jährigen wurde zwischen 2020 und 2024 kein einziger Todesfall registriert. Auch bei den 25- bis 29-Jährigen fiel die Sterblichkeit deutlich niedriger aus. Seit 2008 gibt es in England die HPV-Impfung für Mädchen. Das habe seit Einführung 200 Frauen das Leben gerettet, so die Studienautoren.

Je früher die HPV-Impfung, desto besser die Wirkung

Was die neue Studie ebenfalls verdeutlicht: Den optimalen Schutz gibt es nur bei frühzeitiger Impfung. Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren. Idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten. Bei späterer Impfung schwächt sich die Schutzwirkung ab, sagt Anja Takla, Immunologin am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.

HPV betrifft Frauen und Männer

Die HPV-Infektion galt lange Zeit als Frauenkrankheit. Tatsächlich sind Frauen nach Vaginalsex die Hauptleidtragenden, was die Zahl der Krebserkrankungen betrifft. Doch inzwischen weiß man, dass auch Männer erkranken. Das HP-Virus befällt Haut und Schleimhäute, es wird also auch bei Oral- und Analsex übertragen.

Mögliche Folgen sind unangenehme Feigwarzen, aber auch schwere Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Anal-, Mund- und Peniskarzinome. 8.000 schwere Krebserkrankungen verursachen die Humanen Papillomviren im Jahr, an denen 1.600 Frauen und 400 Männer sterben, so das RKI.

HPV hat lange Inkubationszeit

Die meisten Menschen stecken sich im Laufe des Lebens mit HPV an. Das führt zunächst zu keinerlei Beschwerden und heilt bei den meisten nach ein bis zwei Jahren wieder ab. Doch jede zehnte Infektion führt zu einem Krankheitsbild; nicht zeitnah, sondern oft erst nach zehn bis 20 Jahren. Die Krankheit verstecke sich oft Jahre im Körper, bis schließlich Zellen entarten und bösartige Tumore entstehen können, so der HPV-Experte Nobila Ouédraogo vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Mäßige HPV-Impfquote in Deutschland

Die Impfung ist gut verträglich. Sie wird von den Krankenkassen bezahlt. Und schützt effektiv vor den gefährlichsten HPV-Varianten. Dennoch sind in Deutschland, nach Angaben des RKI, gerade einmal 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft. Das ist zu wenig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dafür seien etwa 80 Prozent nötig, so Anja Takla.

Um die mäßigen Impfquoten zu steigern, müsse man die Familien besser ansprechen, sagen Takla und Ouédraogo. In Skandinavien und England gebe es staatliche Einladungen und Erinnerungen für anstehende Impfungen. Auch Impfungen direkt an den Schulen könnten ein gutes Mittel sein. Denn: Eine frühe HPV-Impfung kann späteres Leid effektiv verhindern.

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