Live-Daten zum TankrabattSo reagieren die Preise für Benzin und Diesel
Der Tankrabatt ist Geschichte: Seit dem 1. Juli gilt an deutschen Tankstellen wieder der reguläre Steuersatz – wird aber erst ab 12 Uhr wirksam. Die Maßnahme sollte Verbraucher entlasten. Wie geht es nun mit den Kraftstoffkosten weiter? Die aktuellen Preise für Benzin und Diesel im Überblick.
Autofahrer in Deutschland bekommen die Auswirkungen der Weltpolitik beim Tanken wieder in vollem Umfang zu spüren: Die staatliche Maßnahme zur Entlastung der Verbraucher im Rahmen des „Tankrabatts“ lief am 30. Juni 2026 planmäßig um Mitternacht aus.
Damit fällt der seit Anfang Mai geltende Steuerrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter für die zum Verkauf an Endverbraucher ausgelieferten Kraftstoffe weg. Wie reagieren die Preise an den mehr als 14.000 deutschen Tankstellen?
Hinweis: Die Daten zur Entwicklung der Kraftstoffpreise wim bundesweiten Durchschnitt erden laufend aktualisiert.
Ein Blick auf die tagesaktuelle Entwicklung des bundesweiten Durchschnittspreise – hier mit den vier vorausgegangenen Vergleichstagen – zeigt rund um den Monatswechsel jeweils zur Mittagszeit deutliche Bewegungen nach oben und flacht am Nachmittag üblicherweise deutlich ab.
Hinweis: Die aktuelle Datenpunkte zeigt die in Fünf-Minuten-Intervallen ermittelten deutschen Durchschnittspreis. Der bundesweite Tagesdurchschnitt liegt üblicherweise unter dem Tageshoch gegen Mittag.
Am Morgen nach dem Ende des Tankrabatts war die neue Preisrealität noch nicht überall im vollen Ausmaß angekommen: Die vorübergehenden Absenkung der Energiesteuer für Benzin und Diesel wirkte noch einige Stunden nach. Der Grund: Die 12-Uhr-Regel gilt unabhängig vom Tankrabatt weiterhin. Preiserhöhungen sind wie bisher nur einmal am Tag gestattet.
Einzelne Tankstellen boten daher am Vormittag des 1. Juli noch vergünstigte Preise an. Die große Masse der Anbieter hatte die Preise allerdings schon in den vergangenen Tagen schrittweise angepasst.
Gegen Mittag änderte sich die Lage schlagartig: Experten waren bereits im Vorfeld davon ausgegangen, dass mit spätestens mit der 12-Uhr-Anpassung am 1. Juli die letzten Effekte des Tankrabatts verflogen sein dürften. Wie aus den Live-Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) hervorgeht, hatten viele Tankstellen ihre Preise bereits am Dienstagmittag auffallend stark erhöht – oder die gemeldeten Preise nach der mittäglichen Anhebung weniger stark gesenkt als in den Tagen zuvor üblich.
Damit ist klar: Der Tankrabatt für Preise für Benzin und Diesel verschafft der Öffentlichkeit nur für wenige Wochen vorübergehende Erleichterung. Die Daten aus den Beständen der Preiswächter im Bundeskartellamt machen die Bewegungen nachvollziehbar.
Erkennbar wird, wie stark sich die Preise für Benzin der Sorten E5 und E10 sowie für Diesel im bundesweiten Durchschnitt seit Jahresbeginn verändert haben – erst durch die geopolitischen Verwerfungen durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus, dann durch die kurzfristig angesetzte Entlastungsmaßnahme der Bundesregierung und die Anpassungsschritte der Anbieter.
Das Problem: Die Lage am Persischen Golf bleibt fragil, die Nervosität hält an. Die wechselseitigen Drohungen mit Blick auf die Straße von Hormus schüren die Sorge, dass der Krieg gegen den Iran womöglich weiter andauern könnte. Der Preisdruck an den Märkten könnte schnell zurückkehren.
Die Preise für Rohöl haben sich zwar ihrem Vorkriegsniveau bereits wieder angenähert. Im Fall einer neuen Eskalation könnten sie jedoch schnell wieder steigen. Wichtige Abnehmerländer wie etwa Japan, Südkorea und vor allem China beziehen große Anteile ihrer Energieimporte aus der Golfregion. Die Nachwirkungen der kriegsbedingten Engpässe wirken sich weiterhin auch auf die Versorgungssituation in Europa aus.
Mit Argusaugen achten Autofahrer und Kartellwächter darauf, in welchem Umfang die großen Tankstellenketten die Rabatteffekte und die Preissenkungen im Großhandel an die Verbraucher weitergeben – und wie sich die Preise nach dem Ende des Tankrabatts weiter entwickeln.
