Marktbericht
Der DAX dürfte zum Wochenschluss weiter auf Rekordjagd gehen. Die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA zieht die Anleger in den Markt, auch die guten Vorgaben aus Asien locken.
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start 0,5 Prozent höher auf 25.712 Punkte. Gestern hatten Zinshoffnungen der Anleger nach dem US-Arbeitsmarktbericht dem DAX erstmals seit Januar einen Rekord beschert.
Der deutsche Leitindex legte nach der Veröffentlichung der Jobdaten um bis zu 2,5 Prozent auf 25.655. Damit übertraf er sein bisheriges Allzeithoch von 25.507 Zählern. Aus dem Handel ging er 2,2 Prozent fester bei 25.580,88 Punkten.
Grund für die gestrigen Kursgewinne waren schwache Daten vom US-Jobmarkt: „Die Daten für Juni zeigen, dass sich die Einstellungsdynamik in den Vereinigten Staaten deutlich verlangsamt hat“, kommentiert Salah-Eddine Bouhmidi, Marktbeobachter beim Broker IG. „Damit rücken weitere Zinserhöhungsspekulationen vorerst in den Hintergrund. Vielmehr dürfte der Markt nun verstärkt auf eine geldpolitische Lockerung im vierten Quartal nach den US-Zwischenwahlen setzen“, so der Experte.
Bislang waren die Anleger davon ausgegangen, dass die Fed die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte erhöhen könnte. „Die Zahlen stellen das Narrativ infrage, dass die Fed in der zweiten Jahreshälfte auf Kurs für eine Zinserhöhung bleibt“, erklärten die Analysten von Westpac.
Niedrige Zinsen sind ein Kurstreiber an den Aktienmärkten. Für Unternehmen und Verbraucher sind Kredite günstiger, der Konsum wird angekurbelt und die Gewinne steigen.
Auch in Asien reagieren die Anleger erfreut. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,3 Prozent. In Südkorea kletterte der Leitindex Kospi um drei Prozent nach oben. Auch in Tokio drehte der Leitindex Nikkei anfängliche Verluste ins Plus und notierte zuletzt 0,7 Prozent höher bei 69.243 Punkten, während der breiter gefasste Topix 0,9 Prozent auf 4.051 Zähler gewann.
In Asien untermauerten positive Konjunktursignale ebenfalls die Kauflaune: Der Einkaufsmanagerindex für den japanischen Dienstleistungssektor signalisierte im Juni wieder Wachstum. Gleichzeitig stieg in China die Auslandsnachfrage nach Dienstleistungen so stark wie seit 20 Monaten nicht mehr, auch wenn der Sektor insgesamt etwas langsamer wuchs.
Die US-Börsen bleiben am Freitag wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen.
In einer aktuellen Auswertung befassen sich die Fachleute der Beratungsgesellschaft EY mit den wertvollsten Unternehmen der Welt. Das Ergebnis: Vor allem die USA profitieren von ihren starken Techkonzernen und der KI-Euphorie. Allein acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus den USA. An der Spitze steht der Chiphersteller Nvidia mit einem Börsenwert von 4,8 Billionen Dollar lag. Dahinter liegen die Google-Mutter Alphabet, Apple und Microsoft.
Mit Siemens ist nur ein einziges deutsches Unternehmen in der Liste der Top 100 vertreten. Deutschlands wertvollster Konzern liegt auf Platz 72 mit einem Börsenwert von knapp 250 Millionen Dollar.
