Die Lebenssituation junger Menschen am Übergang zum Erwachsensein ist von zahlreichen Herausforderungen geprägt: Es gilt nicht nur die Anforderungen von Schule, Ausbildung oder Studium zu bewältigen, sondern auch, sich in persönlicher Entwicklung, Fragen nach der eigenen Zukunft und in sozialen Beziehungen zurechtzufinden – zumal in einem gesellschaftlichen Kontext, der von Umbrüchen in der Lebens- und Arbeitswelt ebenso gezeichnet ist, wie von ungelösten Krisen und Konflikten und einer in vielen Bereichen als zunehmend unsicher wahrgenommenen Zukunft. Psychische Belastungen und Auffälligkeiten unter Jugendlichen sind zu einem Thema erwachsen, das inzwischen deutlich mehr Heranwachsende betrifft und nicht mehr als ein randständiges Phänomen wahrgenommen wird. Laut dem aktuellen Schulbarometer 2026, einer repräsentativen Meinungsumfrage unter Lehrkräften allgemeinbildender Schulen im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, berichteten inzwischen 46 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen von Verhaltensauffälligkeiten unter ihren Schülerinnen und Schülern (Robert Bosch Stiftung 2026: 16). Aktuell wird auch diskutiert, welchen Einfluss dabei etwa die Social Media-Nutzung auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat und wie Heranwachsende vor etwaigen negativen Auswirkungen geschützt werden können (siehe Grafik:
Welche Faktoren sehen Jugendliche und junge Erwachsene selbst in ihrem Alltag als besonders belastend an? Das wurde im Rahmen einer repräsentativen Online-Befragung im Auftrag der Vodafone Stiftung über Einsamkeit im Jugendalter erhoben. Dafür wurden insgesamt 1.046 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren im Mai 2025 befragt.
Wie die Infografik auf den ersten Blick zeigt, sehen sich mit Abstand die meisten 14- bis 20-Jährigen durch Schulstress und Leistungsdruck belastet. Fast Dreiviertel von ihnen (72 Prozent) geben an, in ihrem Alltag stark oder sehr stark davon betroffen zu sein. Unter allen abgefragten Belastungsfaktoren ist hier der Anteil jener, die sich davon „überhaupt nicht“ betroffen fühlen, mit 6 Prozent am geringsten. Streit mit der Familie oder Freundinnen bzw. Freunden ist für fast zwei Drittel dieser Altersgruppe (63 Prozent) ein stark oder sehr stark belastendes Thema. Eine klare Mehrheit der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nennt zudem mentale Erschöpfung als Faktor (57 Prozent „stark“ und „sehr stark“), jede bzw. jeder Zweite sieht sich durch Zukunftsängste und aktuelle Krisen unter Druck (51 Prozent „stark“ und „sehr stark“). Ebenso sind für jeweils die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen soziale Ausgrenzung bzw. Mobbing, körperliches Unwohlsein und Langeweile bedeutsame Faktoren, die sie in ihrem Alltag belasten (jeweils 50 Prozent „stark“ und „sehr stark“). Wobei beim Thema Ausgrenzung und Mobbing fast ein Viertel aller Befragten angibt, sich davon „überhaupt nicht“ beinträchtigt zu fühlen (23 Prozent). Fast jede bzw. jeder zweite Befragte berichtet auch sich durch Einsamkeit stark oder sogar sehr stark belastet zu fühlen, dicht gefolgt von Geldsorgen, die von 44 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als starke oder sehr starke Beeinträchtigung ihres Alltags nennen. Im Vergleich mit den zuvor angeführten Faktoren fällt lediglich der Druck durch Social Media deutlich geringer aus. Hier geben lediglich 29 Prozent der 14- bis 20-Jährigen an, dass sie soziale Medien als deutlich belastend wahrnehmen („stark“ und „sehr stark“). Ein Drittel ihrer Peers (33 Prozent) sieht darin jedoch überhaupt keine Beeinträchtigung.
