Bürger kratzen Schienen freiDie meisten Leipziger Straßenbahnen fahren wieder
Die Hitzewelle Ende Juni hat in Leipzig dramatische Auswirkungen: Tagelang stehen die Straßenbahnen still, weil geschmolzene Fugenmasse die Schienen verklebt. Dann packen die Einwohner mit an – und fast alle Bahnen sind wieder unterwegs.
Eine Woche nach der kompletten Einstellung des Straßenbahnverkehrs in Leipzig wegen gravierender Hitzeschäden fährt ein Großteil der Bahnen wieder. Am Samstag waren die Leipzigerinnen und Leipzig zum dritten und letzten Mal zum Mitmachen aufgerufen, um Fugenmasse aus verklebten Gleisen zu kratzen. Inzwischen fahren wieder Straßenbahnen in alle Stadtteile, wie die Verkehrsbetriebe (LVB) mitteilten. Die Linien 2, 8 und 12 würden allerdings noch nicht wieder bedient.
Am 27. Juni war der Straßenbahnbetrieb in Sachsens größter Stadt vollständig eingestellt worden. Extreme Hitze mit Temperaturen um 40 Grad hatte laut LVB an vielen Stellen an den Schienen die Fugenmasse aufgeweicht. Die Straßenbahnen hatten diese herausgedrückt und mit ihren Rädern auf Schienen und Weichen verteilt, bis zu fünf Millimeter dick. Die Masse härtete dann wieder aus, verklebte die Schienen und beschädigte auch Fahrzeuge.
Mehrere Tage lang fuhr in Leipzig überhaupt keine Straßenbahn. Nach dem Einsatz von LVB-Mitarbeitenden konnten am vergangenen Dienstag zwei Teilstrecken wieder befahren werden. Nach vielen Hilfsangeboten aus der Bevölkerung hatte die LVB dann zur ersten Freiwilligenaktion aufgerufen: Bürgerinnen und Bürger knieten mit Spachteln an den Schienen, um die schwarze zähe Masse wieder zu entfernen.
Inzwischen hat ein TÜV-Gutachter seine Analyse zu den Schadensursachen begonnen. Er nimmt Materialproben und untersucht unter anderem, warum die Fugenmasse an einigen Stellen schmolz und an anderen der Hitze standhielt. Die Ergebnisse sollen in künftige Bauvorhaben einfließen.
