„Prüfen alle Optionen“
„Erstaunte“ Belgier verärgert über Aufhebung von Balogun-Sperre
Die Aufhebung der Sperre gegen Folarin Balogun ist überraschend. Auch für den belgischen Verband. Der will sich nun alle Optionen offenhalten, um gegen die Entscheidung vorzugehen.
Der belgische Fußballverband hat überrascht auf die Aufhebung der Sperre des US-Stürmer Folarin Balogun reagiert. „Der Königlich-Belgische Fußballverband (RBFA) ist erstaunt über die Entscheidung der FIFA“, heißt es in einer Mitteilung. Das Team um Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku tritt am Dienstag (2 Uhr MESZ/ARD, MagentaTV und bei ntv.de im Liveticker) in Seattle im Achtelfinale gegen die USA an.
In der Mitteilung wird darauf verwiesen, dass die FIFA damit gegen ihre eigenen Regeln für die Weltmeisterschaft verstoße. Diese sehen in Bezug auf Platzverweise eine automatische Sperre für mindestens ein Spiel vor. „Der automatische Charakter einer solchen Sperre wurde auch im Rundschreiben Nr. 16 zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ausdrücklich bekräftigt, das am 12. Mai 2026 an alle teilnehmenden Mitgliedsverbände versandt wurde“, so die Belgier. Zudem werde darauf vor jeder Partie erneut hingewiesen.
Der Verband will die Entscheidung der FIFA nicht einfach hinnehmen. „Um die berechtigten Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und die Grundprinzipien des Fairplay in unserem Sport sowohl bei dieser FIFA-Weltmeisterschaft als auch bei künftigen Auflagen des Turniers zu schützen, prüft die RBFA derzeit alle möglichen Optionen.“
Trump rief wohl bei Infantino an
Die Entscheidung der FIFA, die Sperre in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, ist offenbar auf den direkten Einfluss von US-Präsident Donald Trump zurückzuführen. Dieser kontaktierte am Mittwoch den FIFA-Chef Gianni Infantino persönlich in dieser Angelegenheit, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen.
Gemäß Artikel 27 des Disziplinarkatalogs des Weltverbands kann eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. Warum die FIFA dies nun machte, begründete sie nicht. Ein Einspruch gegen die Strafe nach der Roten Karte ist laut Regularien grundsätzlich nicht möglich.
Trump selbst bejubelte die Aufhebung der Sperre. „Vielen Dank an die FIFA, dass sie das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit beseitigt hat“, schrieb der Präsident auf Truth Social.
Balogun war gegen Bosnien-Herzegowina nach einem VAR-Einsatz vom Platz gestellt worden, nachdem er Tarik Muharemovic auf das Sprunggelenk gestiegen war. Im Nachgang der Partie hatten bereits der Trainer des US-Teams Mauricio Pochettino und US-Außenminister Marco Rubio sich über die Entscheidung empört. Der Trump-Minister sprach davon, dass das US-Team „beschissen“ worden sei.
Verwendete Quellen: ntv.de, lme
