„Verteidigen den Fußball“
Belgien reagiert fassungslos auf FIFA-Entscheidung nach Trump-Intervention
05.07.2026 | 23:40 Uhr
Am Sonntag hebt die FIFA vollkommen überraschend die Rot-Sperre für den US-Angreifer Balogun auf. Zuvor soll das Weiße Haus beim Weltverband interveniert haben. Belgien, der Gegner der USA im WM-Achtelfinale, zeigt sich vollkommen fassungslos.
Belgien hat mit großer Verwunderung auf die Aufhebung der Rot-Sperre für den US-Angreifer Falorin Balogun reagiert. Die Sperre nach einer Roten Karte im Spiel gegen Bosnien und Herzegowina wurde vom Weltverband FIFA am Vorabend des Achtelfinales der WM zwischen den USA und Belgien zur Bewährung ausgesetzt.
Das Weiße Haus mit US-Präsident Donald Trump soll zuvor die FIFA kontaktiert haben, berichten zahlreiche Medien übereinstimmend. Trump bedankte sich nach der FIFA-Entscheidung ausdrücklich. Eine „große Ungerechtigkeit“ sei rückgängig gemacht worden, erklärte der Präsident.
„Ich wusste nicht, dass der 5. Juli bei der FIFA auch der 1. April ist“, sagte der Trainer der belgischen Nationalmannschaft. „Der belgische Verband verteidigt nicht nur sich selbst, er verteidigt den Fußball. Es geht um Integrität.“
Der Königliche Belgische Fußballverband (RBFA) reagierte ebenfalls mit markigen Worten. „Der RBFA ist fassungslos über die Entscheidung der FIFA“, hieß es in einem Statement auf der Seite des Verbands. Der Weltverband widerspreche sich selbst.
Die RBFA verwies auf juristische Unstimmigkeiten und berief sich auf die übergeordneten FIFA-Regularien, jene für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, sowie auf ein Rundschreiben des Weltverbands an alle teilnehmenden Länder vom 12. Mai 2026. Darin habe die FIFA die automatische Matchsperre nach einer Roten Karte bekräftigt, hieß es.
FIFA setzt Strafe zur Bewährung aus
Die FIFA hatte sich auf Artikel 27 der Disziplinarordnung des Verbands berufen und die Sperre für Balogun zur Bewährung ausgesetzt. Erst im Falle eines erneuten Vergehens innerhalb eines Jahres würde die Sperre wirksam werden, erklärte die FIFA.
Der belgische Verband prüfe die Angelegenheit nun „eingehend“, um den „Fairplay-Gedanken des Sports zu schützen, bei dieser und bei zukünftigen Weltmeisterschaften“. Offiziell hat der RBFA noch keinen Protest eingelegt.
„Wir waren natürlich extrem überrascht, als wir davon gehört haben“, sagte Belgiens Torhüter Thibaut Courtois. „Das Timing ist sehr ungünstig, kaum einen Tag vor dem Spiel. Ob wir die Partie unter Vorbehalt austragen, ist eine Frage für den Verband, nicht für die Spieler.“
Balogun ist mit drei Treffern der gefährlichste Angreifer des US-Teams. Der Co-Gastgeber USA kann mit einem Sieg gegen Belgien erstmals seit 2002 wieder ein WM-Viertelfinale erreichen. US-Präsident Trump hat bislang keines der über 90 absolvierten WM-Spiele besucht. Er soll am 19. Juli beim Finale den WM-Pokal überreichen.
Verwendete Quellen: ntv.de, sue
