Beute von vier Millionen EuroSchmuck aus Elsässer Lalique-Museum gestohlen
Nach dem spektakulären Juwelen-Raub im Louvre im Oktober werden auch andere gefährdete Museen gesichert. Das Lalique-Museum im Elsass gehört dazu. Der Zusatzschutz hat aber offenbar nicht gereicht: Diebe suchten das Haus jetzt heim und nahmen 20 Schmuckstücke mit.
Aus dem Lalique-Museum im elsässischen Wingen-sur-Moder ist Schmuck im Wert von mehreren Millionen Euro gestohlen worden. Rund 20 Schmuckstücke seien entwendet worden, hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Schaden werde noch geschätzt, könnte aber mehrere Millionen Euro erreichen, „vermutlich um die vier Millionen“.
Der oder die Täter seien gegen 05.30 Uhr gewaltsam in das Museum eingedrungen, hieß es weiter. Sie hätten sich direkt in den Schmucksaal begeben, eine Alarmanlage sei ausgelöst worden. Während das Sicherheitsunternehmen die Lage überprüft habe, sei bereits eine Reinigungskraft am Tatort eingetroffen und habe die Gendarmerie verständigt. Die Ermittler werten nun Aufnahmen der Überwachungskameras aus. Das Museum selbst teilte in Onlinediensten lediglich mit, es sei Opfer eines Einbruchs geworden und bleibe für einige Tage geschlossen. Die Schließung solle eine Wiedereröffnung „in Ruhe und in völliger Sicherheit“ ermöglichen.
Das 2011 eröffnete Museum ist René Lalique gewidmet, einem bedeutenden Schmuck- und Glaskünstler des Jugendstils und des Art déco, der zwischen 1860 und 1945 lebte. Es liegt in der Nähe der gleichnamigen Manufaktur und zeigt auf rund 900 Quadratmetern Glasarbeiten Laliques.
Besonderer Schutz nach Louvre-Raub
Nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre im Oktober 2025 galt das Lalique-Museum der Ermittlungsquelle zufolge als „sensibler Ort“ und stand unter besonderer Beobachtung. Es habe Schutzvorkehrungen gegeben, hieß es aus Ermittlerkreisen weiter. Diese seien aber „nicht ausreichend“ gewesen.
Der materielle Wert der Beute des Juwelenraubs im Louvre wurde auf 88 Millionen Euro geschätzt, der historische und ideelle Verlust gilt als deutlich größer. Der Einbruch im Oktober 2025 löste weltweit Aufsehen und eine Sicherheitskrise in dem meistbesuchten Museum der Welt aus. In der Folge wurde Louvre-Präsidentin Laurence des Cars ersetzt.
Nach sieben Monaten Ermittlungen und der Festnahme der wichtigsten Verdächtigen fehlt von den Juwelen weiter jede Spur. Die beiden mutmaßlichen Haupttäter und zwei mutmaßliche Komplizen sitzen in Untersuchungshaft. Experten gehen davon aus, dass Hehler die Edelsteine herausbrachen und das Gold einschmolzen.
