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Startseite»Betrugsmaschen»Vorsicht: Hitzewelle vergleicht Sommer 1947 mit heutigen Warnungen!
Betrugsmaschen

Vorsicht: Hitzewelle vergleicht Sommer 1947 mit heutigen Warnungen!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 8, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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📖Welche Falschinformationen gibt es zum Klimawandel? Antworten finden Sie im Leitfaden Klima-Desinformation.

Historische Hitzewellen sind keine neue Erkenntnis

Aktuell wird das Video auf Social Media vielfach geteilt. Es verweist auf den außergewöhnlich heißen Sommer 1947 und zieht daraus den Schluss, heutige Warnungen vor extremer Hitze seien unbegründet.

Tatsächlich gehört der Sommer 1947 zu den heißesten und trockensten Sommern des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland. Auch die Sommer 1911, 1976 oder 2003 waren außergewöhnlich heiß. Daran besteht unter Meteorologen kein Zweifel.

Aus der Existenz früherer Hitzewellen folgt jedoch nicht, dass sich das Klima heute nicht verändert oder heutige Warnungen unbegründet wären.

Einzelne Sommer widerlegen keinen Klimatrend

Die Klimaforschung bewertet nicht einzelne Rekordsommer, sondern langfristige Entwicklungen über viele Jahrzehnte.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des Umweltbundesamtes und des Weltklimarats (IPCC) nehmen Hitzewellen in Deutschland seit Jahrzehnten an Häufigkeit, Dauer und Intensität zu. Gleichzeitig steigen die Durchschnittstemperaturen deutlich an.

Dass es bereits 1947 extreme Hitze gab, widerspricht diesem Befund nicht. Einzelne außergewöhnliche Wetterereignisse hat es immer gegeben. Entscheidend ist jedoch, dass solche Ereignisse heute wesentlich häufiger auftreten als früher.

Mimikama · Unabhängig seit 2011

Diese Warnungen entstehen nicht automatisch.

Hinter jedem Hinweis stehen Recherche, Prüfung und redaktionelle Arbeit. Wenn du möchtest, dass Mimikama auch die nächste Masche früh erkennt und erklärt, hilf mit.


Für 1947 gibt es keine belastbaren Zahlen zu Hitzetoten

Im Video wird zutreffend darauf hingewiesen, dass für den Sommer 1947 keine belastbaren Zahlen über hitzebedingte Todesfälle existieren.

Der Grund ist einfach: Die heute verwendeten statistischen Verfahren zur Berechnung der hitzebedingten Übersterblichkeit wurden erst Jahrzehnte später entwickelt. Historische Vergleiche sind deshalb nur eingeschränkt möglich.

Heutige Schätzungen beruhen nicht auf Totenscheinen mit der Diagnose „Hitze“, sondern auf epidemiologischen Berechnungen der Übersterblichkeit während Hitzeperioden.

Mimikama-Club - Communitybereich fuer Steady-Unterstuetzer:innen

Sterben Menschen an Dehydrierung statt an Hitze?

Das Video behauptet, ältere Menschen würden heute eher an Dehydrierung als an der Hitze sterben.

Diese Gegenüberstellung ist medizinisch irreführend. Dehydrierung gehört zu den wichtigsten Folgen starker Hitze und ist häufig Teil des Mechanismus, der zu schweren Erkrankungen oder zum Tod führt. Hitzebedingte Todesfälle entstehen meist durch das Zusammenwirken hoher Temperaturen, Flüssigkeitsmangel und bestehender Vorerkrankungen.

Es handelt sich daher nicht um zwei voneinander getrennte Ursachen.

Pflegekräftemangel erklärt die Hitzesterblichkeit nicht allein

Anschließend führt das Video den Pflegekräftemangel, fehlende häusliche Betreuung und den Ärztemangel als eigentliche Ursache für hitzebedingte Todesfälle an.

Dass Pflegekräfte während Hitzeperioden eine wichtige Rolle spielen, ist unbestritten. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es jedoch keine Grundlage für die Behauptung, Personalmangel sei der Hauptgrund für Hitzetote.

Als wichtigste Risikofaktoren gelten:

  • hohes Alter,
  • chronische Erkrankungen,
  • anhaltend hohe Temperaturen,
  • soziale Isolation,
  • unzureichende Flüssigkeitsaufnahme und
  • fehlende Möglichkeiten zur Abkühlung.

Pflege- und Versorgungsprobleme können diese Risiken verstärken, ersetzen sie aber nicht.

Dicke Mauern, fehlende Klimaanlagen und elektrische Geräte allein erklären den Unterschied nicht

Im Video wird außerdem argumentiert, die Menschen seien damals besser an Hitze angepasst gewesen. Als Gründe werden Gebäude mit dicken Mauern sowie das Fehlen von Klimaanlagen und zahlreicher elektrischer Geräte genannt, die heute zusätzliche Wärme in Wohnungen erzeugen.

Tatsächlich besitzen viele Altbauten mit massivem Mauerwerk eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Sie heizen sich oft langsamer auf als moderne Leichtbaukonstruktionen und können Innenräume bei längeren Hitzeperioden zeitweise kühler halten. Ebenso trifft zu, dass Haushalte in den 1940er-Jahren deutlich weniger elektrische Geräte besaßen, die zusätzliche Abwärme erzeugten.

Diese Beobachtungen erlauben jedoch keine pauschale Aussage, die Bevölkerung sei damals insgesamt besser vor Hitze geschützt gewesen. So bleibt auch dieser Vergleich unvollständig: Einzelne Unterschiede bei Bauweise oder Haushaltsausstattung erklären weder die heutige Entwicklung der Hitzewellen noch deren gesundheitliche Auswirkungen.

Bewertung

Der Beitrag verwendet mehrere historisch zutreffende Informationen, zieht daraus jedoch Schlussfolgerungen, die durch die wissenschaftliche Evidenz nicht gedeckt sind. Der Verweis auf den Sommer 1947 widerlegt weder die Zunahme extremer Hitzewellen noch die Erkenntnisse über hitzebedingte Gesundheitsrisiken.

OFFICIAL

Bundesgesundheitsministerium

Kein Datum angegeben

OFFICIAL

gesund.bund.de

Kein Datum angegeben

OFFICIAL

Robert Koch-Institut (RKI)

02.07.2026

OFFICIAL

Umweltbundesamt

24.11.2025

✓ Dieser Fall wurde geprüft

Der nächste Fake ist schon unterwegs.

Diesen hier hast du geprüft gesehen – die meisten Menschen sehen ihn ungeprüft. Bleib ihnen einen Schritt voraus.

Früher gewarnt werden →

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📩 Mir ist auch etwas Verdächtiges begegnet – prüfen lassen

Hilde O in einer lebhaften Diskussion über Online-Sicherheit.

Hilde Ollig

Hilde Ollig ist Rechercheurin bei Mimikama, Österreichs
führender Faktencheck-Organisation. Sie ist spezialisiert
auf die Überprüfung von Behauptungen in sozialen Medien
und unterstützt das Redaktionsteam mit akribischer
Quellenarbeit bei der Aufklärung über Internetmissbrauch.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise)

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Dr. Heinrich Krämer
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