Zwei Hitzewellen und Höchstwerte bei den Meerestemperaturen: Der Juni 2026 hat gleich mehrere Rekorde gebrochen. Der EU-Klimadienst Copernicus warnt vor weitreichenden Folgen.
Der vergangene Juni war der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Das hat der Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus in Bonn mitgeteilt. Die Durchschnittstemperatur lag bei 20,74 Grad – mehr als drei Grad über dem Juni-Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.
Die Hitzewelle in der zweiten Junihälfte kam nur wenige Wochen nach einer ersten Hitzeperiode im Mai. In Deutschland wurde am 27. Juni in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt der Temperaturrekord gebrochen – mit 41,8 Grad.
Rekordwert auch im Meer
Weltweit war es laut Copernicus der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,54 Grad. Das waren 0,56 Grad mehr als im Monatsdurchschnitt des Zeitraums 1991 bis 2020. Nur der Juni 2024 war wärmer.
Ursache sind unter anderem die hohen Meerestemperaturen, die nun die höchsten je gemessenen Juni-Werte erreicht haben. Dem Bericht zufolge lag die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur für Ozeane außerhalb der Polargebiete bei 20,86 Grad.
Folgen für Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur
Die Klimaexperten verweisen darauf, dass in Europa zudem weit verbreitete Trockenheit geherrscht habe. Diese habe zusammen mit der extremen Hitze insbesondere auf der Iberischen Halbinsel und in Südfrankreich zu Waldbränden beigetragen und das Dürrerisiko in Teilen Osteuropas erhöht.
„Der Juni hat deutlich gemacht, wie tiefgreifend sich das Klima verändert“, so Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. Die Folge seien immer intensivere Hitzewellen, anhaltend warme Ozeane und wachsende Risiken für Menschen, Ökosysteme und Infrastruktur in Europa und darüber hinaus.
