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    Trotz Iran-Kriegs: Exporte wachsen vierten Monat in Folge

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Politik

Trotz Iran-Kriegs: Exporte wachsen vierten Monat in Folge

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 09.07.2026 • 11:21 Uhr

Nach den Einzelhandelsumsätzen und Industrieaufträgen haben auch die deutschen Exporte im Mai erneut zugelegt – vor allem in die USA. Ökonomen schöpfen wieder Hoffnung für die schwächelnde Wirtschaft.

Trotz Belastungen durch den Iran-Krieg sind die deutschen Exporte im Mai überraschend den vierten Monat in Folge gestiegen. Insbesondere dank eines starken Geschäfts mit den USA wuchsen die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent auf 137,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Zum Vorjahresmonat Mai 2025 stand ein Plus von 6,1 Prozent.

Ökonomen hatten im Durchschnitt mit einem leichten Rückgang gerechnet. Sie schöpfen daher Hoffnung für die schwächelnde Konjunktur. „Für die deutsche Wirtschaft war der Mai ein guter Monat“, sagte etwa Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. „Die vielerorts befürchtete wirtschaftliche Delle im zweiten Quartal dürfte ausbleiben.“

Europa-Geschäft schwächelt

Die meisten deutschen Exporte gingen im Mai erneut in die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro exportiert, fast ein Viertel (23,1 Prozent) mehr als im April. Gemessen am Vorjahresmonat waren die Exporte gut 15 Prozent höher. „Den Exporten hilft, dass die US-Wirtschaft weiter dampft“, sagte der Chefvolkswirt von ABN Amro Deutschland, Alexander Krüger.

Gitzel sieht in den üppigen Zuwächsen aber noch keine Trendwende im transatlantischen Handel. „Die Handelshemmnisse haben sich mit den Trump’schen Zöllen erhöht, gleichzeitig verlagern viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA.“ Damit werde das Exportvolumen über den Atlantik nachhaltig geringer sein.

Im Mai wuchsen nicht nur die Exporte in die USA, sondern auch nach China – und zwar um 7,1 Prozent gegenüber April auf 6,2 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach Großbritannien nahmen leicht auf 6,7 Milliarden Euro zu. Das wichtige Europa-Geschäft schrumpfte dagegen: In die EU-Staaten wurden im Mai Waren im Wert von 78,3 Milliarden Euro exportiert, 1,1 Prozent weniger als im April.

Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal möglich

Den gestiegenen Exporten standen Importe im Wert von 118,8 Milliarden Euro gegenüber. Zum Vormonat April sanken sie um 2,5 Prozent, während sie im Jahresvergleich um 6,9 Prozent wuchsen. Die meisten Importe kamen erneut aus China: Von dort wurden Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro eingeführt, zwei Prozent mehr als im April. Die Importe aus den USA stiegen um 11,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

In der deutschen Außenhandelsbilanz stand damit insgesamt unterm Strich ein Überschuss von 19,1 Milliarden Euro, deutlich mehr als im April (14,7 Milliarden Euro). Damit hat sich die deutsche Wirtschaft im Mai überraschend gut geschlagen: Auch die Einzelhandelsumsätze, die Industrieaufträge und die Produktion waren gewachsen.

Der Mai habe aber so deutlich überrascht, dass es selbst bei einem kleinen Rückschlag im Juni zu einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal reichen dürfte, so Gitzel. Im ersten Quartal hatte es zu einem Plus von 0,3 Prozent gereicht. Wegen des Iran-Kriegs hatten viele Experten eine Stagnation oder sogar ein Minus für das Frühjahr erwartet.

Risiko Iran-Krieg

Nun könnte sich jedoch der wieder aufgeflammte Konflikt als neue Bedrohung für die deutschen Exporteure erweisen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch den vorläufigen Waffenstillstand für nichtig erklärt und erneut Ziele im Iran angreifen lassen. In der Folge zogen die Ölpreise an. Höhere Transportkosten treffen die Exportnation Deutschland besonders.

Der Iran-Krieg bremst die ohnehin schwächelnde deutsche Wirtschaft. Die sogenannten Wirtschaftsweisen erwarten in diesem Jahr nur ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr. Gestiegene Energiepreise und eine erhöhte Inflation verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher, höhere Spritpreise treiben die Kosten von Pendlern und Unternehmen in die Höhe.

Für das Gesamtjahr 2026 sagen die meisten Ökonomen ein Wachstum von etwa einem halben Prozent voraus – angekurbelt auch durch milliardenschwere staatliche Investitionen in Infrastruktur und Aufrüstung.

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Dr. Heinrich Krämer
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