Bis Ende Juni sind in Deutschland rund 5.100 Menschen an den Folgen der extremen Hitze gestorben. Das haben Berechnungen des Robert Koch-Instituts ergeben. Die Zahl übertrifft schon jetzt die Werte ganzer Vorjahre.
Die Hitzewelle bis Ende Juni hat nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 5.120 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Allein in der Woche mit den besonders heißen Tagen vom 22. bis 28. Juni habe es 4.310 hitzebedingte Todesfälle gegeben, heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht.
Die Zahl übertreffe schon zur Jahresmitte die Werte ganzer Vorjahre deutlich: Im gesamten vergangenen Jahr sind etwa 2.600 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. 2024 waren es rund 2.900 und 2023 etwa 3.200.
Laut dem RKI-Bericht machen Menschen im Alter von über 75 Jahren über 80 Prozent der Hitzetoten aus. Außerdem versterben mehr Frauen als Männer. Dies lasse sich aber durch den höheren Frauenanteil in den älteren Gruppen erklären.
Viele unbekannte Faktoren
Das in Köln ansässige Science Media Center (SMC) weist darauf hin, dass es bei der Schätzung von Hitzetoten viele unbekannte Faktoren gebe. Heiße Temperaturen könnten beispielsweise durch einen Hitzschlag zum Tod führen.
Oftmals stürben Menschen jedoch aufgrund einer Kombination von Faktoren wie Vorerkrankungen und Hitze, so das SMC. Daher werde Hitze selten als klarer Todesgrund erfasst, sodass genaue Daten nicht erhebbar seien.
Mehr Kältetote als Hitzetote
In Europa führt bislang noch die Kälte zu mehr Todesfällen als die Hitze, so die Leiterin der Forschungsgruppe Umweltrisiken am Helmholtz Zentrum München, Alexandra Schneider. „Das ändert sich allerdings mit der globalen Erwärmung.“
Neben Todesfällen, so Schneider, sollten daher auch hitzebedingte Erkrankungen, Krankenhauseinweisungen, die Belastung des Gesundheitssystems und die damit verbundenen Kosten in die Debatte einbezogen werden.
