Mit vereinten Kräften wollen die EU und die Ukraine die Produktion von Drohnen hochfahren. Ein neues Abkommen soll Europas Industrie mit der erprobten Drohnenexpertise der Ukraine verzahnen.
Die Europäische Union und die Ukraine haben eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen beschlossen. Ziel sei es, das ukrainische Know-how mit den industriellen Kapazitäten Europas zu verzahnen, um gemeinsame Projekte aufzubauen und die Produktion hochzufahren, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Kiew mit.
Das Abkommen bringe den ukrainischen Erfindungsgeist und die industrielle Größe Europas zusammen. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art mit der Ukraine, die Länder und Unternehmen in der gesamten EU abdecken soll.
Von der Leyen: Drohnen-Wissen der Ukraine einzigartig
Von der Leyen betonte die ukrainischen Kenntnisse und Erfahrungen beim Einsatz und der Abwehr von Drohnen. Das Wissen, das die Ukraine dabei erworben habe, sei einzigartig, sagte sie bei einer Rede zum Tag der ukrainischen Staatlichkeit an Präsident Wolodymyr Selenskyj gerichtet.
„Das müssen wir gemeinsam nutzen, denn wir kennen die Bedrohungen, denen Europa in diesem Bereich ausgesetzt ist.“ Es habe schon in zahlreichen EU-Staaten Luftraumverletzungen und Alarmmeldungen gegeben. Die EU könne der Ukraine im Gegenzug große technologische Kapazitäten und sichere Produktionsstandorte bieten.
Ukraine bekräftigt das Ziel EU
Neben der EU-Kommissionspräsidentin sind auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus Südosteuropa in Kiew zu einem Gipfel eingetroffen. „Wir halten den 5. Ukraine-Südosteuropa-Gipfel ab, um unsere Partnerschaft und Kooperation auf dem Weg in die EU zu bekräftigen“, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Es gehe darum, das politische Zusammenspiel und die Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu stärken.
Dabei sind unter anderem die Präsidenten von Rumänien, der Republik Moldau, Albanien und Serbien, Nicusor Dan, Maia Sandu, Bajram Begaj und Alexandar Vucic. Aus Kroatien und Slowenien sind die Regierungschefs Andrej Plenkovic und Janez Jansa angereist. Andere Staaten wie Nordmazedonien und Montenegro sind durch ihre Außenminister vertreten.
Die Ukraine erhofft sich von dem Treffen weitere Hilfe bei ihrem Abwehrkampf gegen die seit mehr als vier Jahren andauernde russische Invasion. Besonders wichtig aus Kiewer Sicht sind Flugabwehrwaffen.
Erneute russische und ukrainische Angriffe
In der Nacht gab es erneute russische Angriffe auf mehrere Regionen in der Ukraine. Nach Behördenangaben wurden bei einem Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa drei Menschen getötet. Drei Verletzte seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, teilte der Leiter der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Lysak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Wohngebäude beschädigt worden.
Auch die Ukraine meldete Drohnen-Angriffe auf russische Schiffe. „Die ersten 20 Tanker im Schwarzen Meer wurden in der Nacht ausgeschaltet“, schrieb der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf seinem Telegramkanal. Die Drohnen hätten 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff getroffen. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
