Die US-Einwanderungsbehörde soll ihre Verkehrskontrollen wieder aufnehmen – obwohl erst kürzlich erneut zwei Menschen bei ICE-Einsätzen erschossen wurden. Damit setzte sich Präsident Trump über führende Beamte seiner Regierung hinweg.
US-Donald Trump hat die umstrittene Vorgehensweise der Verkehrskontrollen durch die Einwanderungsbehörde ICE wieder genehmigt. Damit setzte er sich über führende Beamte seiner Regierung hinweg, die diese Praxis nach zwei tödlichen Schüssen vorübergehend ausgesetzt hatten.
ICE mache einen großartigen Job, der erledigt werden müsse, schrieb Trump auf der Online-Plattform Truth Social. Die Kriminalität in den USA sei stark rückläufig, „in vielen Fällen mit Zahlen, die man seit Jahrzehnten nicht gesehen hat“, so der Präsident. Auf keinen Fall dürfe man die Verkehrskontrolle – eines der wichtigsten und wirksamsten Instrumente zur Verbrechensbekämpfung – aufgeben.
Tödliche Schüsse in Maine und Houston
Die Vorgehensweise der Behörde war erneut in die Kritik geraten, nachdem ein ICE-Beamter am Montag im Bundesstaat Maine einen Kolumbianer in seinem Auto erschossen hatte. Aktivisten zufolge hatte der Mann eine Arbeitserlaubnis für die USA. Das Heimatschutzministerium erklärte dagegen, der 25-Jährige sei illegal eingereist.
Sechs Tage zuvor hatte ein anderer Beamter der Einwanderungsbehörde in Houston einen mexikanischen Staatsbürger getötet. In beiden Fällen waren die Fahrer den Angaben zufolge nicht die eigentlichen Ziele der Einsätze.
Die Behörden legten bislang auch keine Beweise dafür vor, dass von den Männern eine Gefahr ausging, die den Einsatz tödlicher Gewalt gerechtfertigt hätte. Die Vorfälle lösten Proteste aus. Zudem forderte unter anderem die republikanische Senatorin Susan Collins ein Ende dieser Praxis.
Mehrere Tote seit Trumps Amtsantritt
Die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) ist für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze im Landesinneren zuständig und untersteht dem Ministerium für Innere Sicherheit. Die ICE-Einsätze sind Teil der strikten Abschiebepolitik von Präsident Trump. Ihre Methoden sind seit Langem umstritten. Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 wurden bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde mindestens sieben Menschen erschossen und 53 starben in ICE-Haft.
