Chinas Exporte sind im September überraschend stark gestiegen. Der Handelsüberschuss der Volksrepublik nähert sich einem Rekordwert. Vor allem Halbleiter und Autos treiben das Wachstum an.
Ungeachtet des wachsenden Drucks von Handelspartnern sind Chinas Exporte zuletzt deutlich gewachsen. Im September legten die chinesischen Ausfuhren um 36,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Die Importe stiegen um 31 Prozent. Das ist mehr als zuvor erwartet worden war. Analysten hatten mit einem Exportwachstum von rund 25 Prozent und einem Plus bei den Importen von bis zu 24,5 Prozent gerechnet.
Der Handelsüberschuss erreichte im September somit 133,53 Milliarden US-Dollar. Von Januar bis September summierte er sich bereits auf 938,11 Milliarden Dollar. Damit könnte China die Marke von einer Billion Dollar früher überschreiten als im vergangenen Jahr und den Rekordüberschuss des Vorjahres von 1,2 Milliarden Dollar noch einmal übertreffen.
Halbleiter und Autos treiben Exporte
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die Nachfrage nach Produkten für Künstliche Intelligenz (KI). Dazu zählen Halbleiter, Speichertechnik sowie Komponenten zur Stromversorgung und -übertragung. Der Wert der chinesischen Halbleiterexporte stieg in den ersten neun Monaten um 108,1 Prozent. Die Autoexporte legten wert- und mengenmäßig um mehr als 50 Prozent zu.
Der wachsende Überschuss dürfte die Handelskonflikte mit den USA und der EU verschärfen. Im September betrug Chinas Überschuss im Handel mit den USA gut 34 Milliarden Dollar, der mit der EU lag bei 34,8 Milliarden Dollar.
EU begrenzt chinesische Hybridauto-Importe
Im Streit um den Wettbewerb mit chinesischen Autobauern hatten sich die EU und China jüngst auf eine Begrenzung der Hybridauto-Importe verständigt. Vorgesehen ist zunächst eine Obergrenze von 350.000 Fahrzeugen jährlich, die in den folgenden vier Jahren um sechs Prozent pro Jahr steigen soll.
Die Regelung soll ab Dezember greifen. „Dass beide Seiten verhandeln, ist ein hoffnungsvolles Signal“, sagte der Chef der deutschen Auslandshandelskammer in Ostchina, Michael Kern. Für die mehr als 5.000 deutschen Unternehmen in China bedeute dies, dass sich das Risiko einer Eskalation zunächst verringert habe.
Im Zollstreit mit den USA hatte es im September unterdessen eine vorläufige Entspannung gegeben. Beide Seiten vereinbarten Zollsenkungen für Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden Dollar. Ob die Annäherung anhält, bleibt jedoch offen.
