Merz spricht in der dokumentierten Passage über das Glück, im Westen Deutschlands geboren und aufgewachsen zu sein. Daraus lässt sich keine Aussage ableiten, Ostdeutsche seien ein „niederes Volk“. Genau diese Zuschreibung steht jedoch im Mittelpunkt des verbreiteten Beitrags. Eine politische Bewertung wird damit als Äußerung des Kanzlers dargestellt.
Was Merz über seine Herkunft sagte
Die Rede fand am 29. November 2025 beim Landesparteitag der CDU Sachsen-Anhalt in Magdeburg statt. Die dpa-Meldung vom selben Tag dokumentiert, dass Merz seine Herkunft ausdrücklich als Glück und Zufall bezeichnete. Er sprach davon, „im Westen geboren, im Westen groß geworden zu sein“.
Den Zusammenhang erläutert die Meldung ebenfalls: Merz verglich die Dauer des Lebens in Frieden und Freiheit in beiden Teilen Deutschlands. Im Westen seien es damals 80 Jahre gewesen, in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung 35 Jahre. Das ist seine historische und politische Einordnung der unterschiedlichen Lebensbedingungen. Eine Bezeichnung der Ostdeutschen als minderwertige Menschen ergibt sich aus dieser Passage nicht.
Eine unterstellte Beleidigung ist kein Zitat
Ob man Merz’ Formulierung passend oder herablassend findet, kann Gegenstand politischer Kritik sein. Wer daraus aber die Behauptung macht, er habe Ostdeutsche als „niederes Volk“ bezeichnet, schreibt ihm eine zusätzliche Aussage zu. Der dokumentierte Wortlaut trägt diesen Vorwurf nicht.
Auch der mitgelieferte dpa-Faktencheck kommt zu dem Ergebnis, dass das behauptete Zitat nicht belegt ist. Die Originalvideos konnten wir bei dieser Prüfung nicht direkt abrufen; die Einordnung des Redeinhalts stützt sich deshalb auf die zugängliche zeitgenössische dpa-Meldung und den vorgelegten Faktencheck. Wir behaupten damit keine eigene vollständige Überprüfung der gesamten Rede.
dpa / t-online
29. November 2025
Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.
