Bisher zahlen die Krankenkassen ein Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen erst ab einem Alter von 50 Jahren. Das soll sich nun ändern. Die geplante Neuregelung könnte im Sommer 2027 in Kraft treten.
Die spezielle Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs, das sogenannte Mammografie-Screening, ist künftig bereits ab 45 Jahren möglich. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschloss, die Altersgrenze für die Teilnahme am Früherkennungsprogramm abzusenken.
Derzeit übernehmen die Krankenkassen die Kosten für diese spezielle Untersuchung der Brust mit Röntgenstrahlen im Alter von 50 bis 75 Jahren. Jüngere Frauen müssen die Kosten noch selbst tragen.
Was ist der G-BA?
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen. Mitglieder bzw. Trägerorganisationen sind die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband).
Der G-BA entscheidet, welche medizinischen Leistungen (Medikamente, Untersuchungen, Behandlungen) von der GKV gezahlt werden. Er ist also eine Art „oberstes Entscheidungsgremium“ für die medizinische Versorgung von über 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland.
Der Beschluss wird nun von der Rechtsaufsicht im Bundesgesundheitsministerium geprüft. Gibt es keine Beanstandung, tritt die Neuregelung zum 1. August 2027 in Kraft. Parallel aktualisiert der Bundesausschuss seine Versicherteninformationen.
Einladung zum Screening alle zwei Jahre
Frauen ab 50 Jahren erhalten aktuell alle zwei Jahre über eine Zentrale Stelle der Kassenärztlichen Vereinigung eine persönliche Einladung zum Mammografie-Screening. Die Untersuchung findet in spezialisierten medizinischen Zentren nach einheitlichen Qualitätsstandards statt.
Da sowohl die Zentralen Stellen als auch die medizinischen Zentren ihre Prozesse an die Neuregelung anpassen müssen, können sich Frauen ab 45 Jahren voraussichtlich ab dem Sommer 2027 direkt bei ihrer zuständigen Zentralen Stelle für einen Untersuchungstermin anmelden. Persönliche Einladungen erhalten sie dann vermutlich ab Januar 2028.
Sterblichkeitsrisiko bei Frauen gesenkt
Die Mammografie sei eine Röntgenuntersuchung der Brust und soll Tumore in frühem Stadium entdecken, bevor sie tastbar und Lymphknoten von Tumorzellen befallen sind. Laut einer Untersuchung des Bundesamts für Strahlenschutz, die sich über mehrere Jahre erstreckte, senkt das Screening das Sterblichkeitsrisiko für die Frauen, die teilnehmen, um 20 bis 30 Prozent.
Der Nutzen der Untersuchung sei zudem größer als die Strahlenbelastung, der die Frauen durch die Untersuchung ausgesetzt seien.
Mit Informationen von Daniela Remus, NDR
