Die ganze Welt sollte zusehen, wie ein verurteilter Attentäter hingerichtet wird – nun hat US-Präsident Trump den geplanten Livestream abgesagt. Die Ankündigung von Verteidigungsminister Hegseth war auf Empörung gestoßen.
Nach massivem öffentlichen Druck hat US-Präsident Donald Trump die geplante Liveübertragung einer Hinrichtung durch das US-Militär abgesagt. Viele „sehr gute und wohlmeinende Menschen“ würden lieber nicht zusehen wollen, wie der Mann sterbe, begründete Trump die Entscheidung in seinem Onlinedienst Truth Social.
Der US-Präsident erklärte, der Amokläufer Nidal Hasan werde „wie vorgesehen durch ein Erschießungskommando sterben, aber dieses Ereignis wird nicht übertragen“. Eine öffentliche Übertragung hätte Trumps Ansicht nach eine starke abschreckende Wirkung haben können. Die engsten Angehörigen der Opfer dürften nun auf Wunsch persönlich dabei sein.
Attentat auf US-Stützpunkt
Der frühere Armeepsychiater Nidal Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Attentäter erklärte danach, er habe Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt.
Für seine Tat wurde er 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Das Death Penalty Information Center weist darauf hin, dass Hasan noch die Möglichkeit hat, sein Todesurteil vor Bundesgerichten anzufechten, die keine Militärgerichte seien. Ein solcher Schritt könnte seine Hinrichtung demnach für unbestimmte Zeit aufhalten.
Vizepräsident Vance wollte nicht zusehen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Liveübertragung der für den 3. Dezember geplanten Exekution vergangene Woche angekündigt. „Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben“, so Hegseth.
Der angekündigte Livestream war jedoch sowohl in den Reihen von Trumps Republikanern als auch international auf Empörung gestoßen. Kritiker warnten unter anderem davor, dass die Aufnahmen Terroristen als Propagandamaterial dienen könnten. Zugleich warfen die Pläne Fragen danach auf, wie man hätte verhindern können, dass beispielsweise Kinder den Livestream verfolgten. Unter anderem Vizepräsident JD Vance hatte erklärt, er werde sich die Hinrichtung nicht anschauen.
International betrachtet fanden im vergangenen Jahr nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 17 öffentliche Hinrichtungen statt: sechs in Afghanistan und elf im Iran.
Erste Militärhinrichtung seit 1961
Sollte die Exekution tatsächlich durchgeführt werden, wäre es laut dem Death Penalty Information Center die erste Militärhinrichtung in den USA seit 65 Jahren – und die erste Exekution durch ein Erschießungskommando des US-Militärs seit dem Zweiten Weltkrieg.
Trump hatte Hasans Hinrichtung erst vor Kurzem genehmigt – wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte weiter. Der Fall hat die Debatte um die Todesstrafe in den USA neu entfacht.
