Es diente den Nazis als Repräsentationsort hoch in den Bergen. Nun ist im Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei vermutet Brandstiftung und nahm einen Verdächtigen fest.
In dem von den Nazis erbauten Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden ist ein Feuer ausgebrochen. Es besteht der Verdacht auf Brandstiftung. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.
Es werde geprüft, ob die in der Nähe des Brandortes festgesetzte Person mit dem Feuer in Verbindung stehe, teilte die Polizei mit. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten seien im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen.
Für Feuerwehr schwierig erreichbar
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd waren die ersten Rettungskräfte um 21.52 Uhr am Freitagabend an der Berggaststätte auf über 1.800 Meter Höhe eingetroffen.
Die Anfahrt zum Kehlsteinhaus mit den Löschzügen gestaltete sich demnach wegen der Lage des Gebäudes schwierig. Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich niemand im Kehlsteinhaus aufgehalten.
Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus – von den Alliierten mit „Adlerhorst“ betitelt – in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.
Gebäude diente Hitler als Repräsentationsort
Das Gebäude auf 1.834 Metern Höhe ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung.
Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes. Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: „Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“ Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen.
