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Betrugsmaschen

Eiffelturm eingestürzt? Brandvideo ist ein Fake

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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📖Wie entstehen Fake-News mithilfe von KI? Antworten finden Sie im Leitfaden KI-Fake-News.

In der von uns geprüften Fassung steht unter dem Video bereits „KI-Inhalt“. Auch die Bewegung im direkt geöffneten Clip ist auffällig: Beim Umkippen verändert sich der obere Turmteil zu einem flachen, stark vereinfachten Gittergebilde. Zusammen sprechen diese Merkmale für eine digital erzeugte oder bearbeitete Szene; die Aufnahme belegt keinen Einsturz des Pariser Eiffelturms.

Mimikama braucht Verstärkung – hilf uns, eine weitere Person ins Team zu holen

Geprüft wird die Behauptung, das Wahrzeichen sei bei den Frankreich-Protesten im Oktober 2026 abgebrannt und eingestürzt. Ein X-Beitrag vom 19. Oktober 2026 behauptet auf Chinesisch, der Eiffelturm sei niedergebrannt. Ein weiterer Beitrag vom selben Tag verbreitet die Szene mit „Paris last night“, also „Paris vergangene Nacht“. Die beiden direkt geprüften Begleittexte nennen selbst keine Proteste, geben das Geschehen aber als tatsächlichen Brand beziehungsweise als aktuelle Pariser Szene aus.

Screenshot der verbreiteten Szene mit Flammen am Eiffelturm und der Kennzeichnung KI-Inhalt.
Screenshot der geprüften Videofassung. Unter dem Accountnamen ist die Kennzeichnung „KI-Inhalt“ sichtbar. Das Bild zeigt keine bestätigte Brandaufnahme.

Die Einsturzszene und die KI-Kennzeichnung

Die Dächer im Vordergrund und der nach rechts kippende obere Turmteil lassen sich in unseren Screenshots und im geöffneten X-Video wiedererkennen. Damit ist die gezeigte Bildsequenz zugeordnet. Das bedeutet nicht, dass sämtliche verbreiteten Fassungen dieselbe Länge haben oder unverändert übernommen wurden.

Im Verlauf verliert der umkippende Turmteil seine räumliche Gestalt. Eine solche Veränderung ist ein Hinweis auf eine künstlich erzeugte oder nachbearbeitete Darstellung. Die sichtbare Kennzeichnung „KI-Inhalt“ passt dazu, verrät für sich aber weder das verwendete Programm noch den Umfang einer möglichen KI-Bearbeitung. Wer die ursprüngliche Fassung hergestellt hat und wann sie erstmals veröffentlicht wurde, konnten wir nicht klären.

Screenshot der künstlichen Einsturzszene: Der obere Turmteil kippt als brennendes Gitter nach rechts.
Der nach rechts kippende Turmteil ist auch im direkt geprüften X-Video zu sehen. Die auffällige Veränderung seiner Form spricht für eine künstliche Darstellung.

Die offizielle Website des Eiffelturm-Betreibers führte bei unserer Prüfung am 24. Oktober 2026 weiterhin Besuche bis zur Spitze und reguläre Öffnungszeiten an. Das passt nicht zur Darstellung eines eingestürzten Wahrzeichens. Eine Ticket- und Öffnungszeiten-Seite ist allerdings kein aktueller visueller Nachweis: Ein eigener Vergleich mit einem abspielbaren Livebild gelang bei dieser Prüfung nicht.

Was die Anzeige von 97,5 Prozent aussagt

Wir haben das verbreitete Video heruntergeladen und mit einem KI-Detektor untersucht. Das Werkzeug zeigte einen Wert von 97,5 Prozent und stufte das Video als wahrscheinlich KI-generiert ein. Das Ergebnis ist ein zusätzlicher Hinweis auf eine künstliche Erzeugung. Der Detektorwert allein beweist jedoch nicht, wie das Video hergestellt wurde; für unsere Bewertung beziehen wir auch die Auffälligkeiten im Clip ein.

Screenshot unserer Videoanalyse mit der Anzeige 97,5 Prozent und der Einstufung wahrscheinlich KI-generiertes Video.
Ergebnis unserer Prüfung des heruntergeladenen Videos mit einem KI-Detektor. Die Anzeige von 97,5 Prozent dient als ergänzender Hinweis.

Bereits am 31. Januar 2024 veröffentlichte Mimikama einen Faktencheck zu einem angeblich brennenden Eiffelturm. Der dort dokumentierte Clip aus 2023 zeigt einen örtlich begrenzten Flammeneffekt an einer Plattform und eine andere Ansicht. Die aktuell geprüfte Sequenz mit dem umkippenden Turmteil ist davon zu unterscheiden. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sie erst im Oktober 2026 hergestellt wurde.

SOCIAL MEDIA

Gordon / X

19. Oktober 2026

SOCIAL MEDIA

时木 (@MinanMumu) / X

19. Oktober 2026

FAKTENCHECK

Mimikama / Hilde Ollig

31. Januar 2024

UNTERNEHMEN

Société d’Exploitation de la Tour Eiffel (SETE)

Ohne Datumsangabe

Tom Wannenmacher bei Mimikama, engagiert in der Aufklärung.

Tom Wannenmacher

Tom Wannenmacher ist Gründer und Chefredakteur von Mimikama, Österreichs führender Faktencheck-Organisation. Seit 2011 kämpft er gegen Desinformation und Internetbetrug.

Hinweis: Stand zum Veröffentlichungsdatum.
Verwendete Bilder, Screenshots und Medien dienen ausschließlich der sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Zitatrechts (§ 51 UrhG).
Teile dieses Beitrags können KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft worden sein.
(Mehr zur Arbeitsweise) Welche Quellen wir verwenden und was für uns kein Beleg ist, steht auf unserer Quellenseite.

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Dr. Heinrich Krämer
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