„Entwicklung bestärkt uns“Deutsche Bank übertrifft Erwartungen und meldet satten Milliardengewinn
Die Deutsche Bank schneidet im dritten Quartal besser ab als von Experten erwartet. Für das Gesamtjahr ist der Ausblick ebenfalls positiv. Dennoch hat das Geldhaus auch mit Lasten der Vergangenheit zu kämpfen.
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal mit einem Plus bei Gewinn und Erträgen ihren Rekordkurs fortgesetzt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Gesamtjahr könnte das Geldhaus bei den Erträgen nun sogar besser abschneiden als ursprünglich angekündigt und mittelfristig profitabler arbeiten als angenommen. Bankchef Christian Sewing will nach dem Jahreswechsel Details dazu vorlegen: „Wie viel mehr wir uns zutrauen und wie der Weg dorthin aussehen soll, planen wir im Januar zu erläutern, wenn wir unsere Jahresergebnisse vorlegen.“
Das Frankfurter Geldhaus schrieb von Juli bis September nach Steuern einen Gewinn von rund 1,9 Milliarden Euro, wie es mitteilte. Das sind rund zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit übertraf das Institut die Erwartungen des Marktes: Analysten hatten im Mittel rund 1,7 Milliarden Euro erwartet. Die Erträge erreichten rund 8,3 Milliarden Euro – Analysten hatten hier mit 8,2 Milliarden Euro gerechnet. Im Gesamtjahr könnten die Frankfurter das angestrebte Ertragsniveau von 33 Milliarden Euro nun sogar übertreffen, teilten sie mit.
„Damit sind wir auf einem guten Weg, unsere Ziele für 2026 zu erreichen“, sagte Sewing. „Gleichzeitig bestärkt uns die Entwicklung in unserer Zuversicht, dass wir unser Ziel einer Eigenkapitalrendite von über 13 Prozent für 2028 übertreffen können.“
Rekorderträge erzielte im Quartal die Unternehmensbank, die auch ihren Gewinn ausbauen konnte. Die Investmentbank konnte die Rekordergebnisse des Vorjahresquartals weitgehend halten. Ihre Risikovorsorge für faule Kredite fuhr die Bank im Quartal um neun Prozent auf 501 Millionen Euro hoch. „Wir haben in allen vier Geschäftsbereichen eine solide Entwicklung erzielt“, bilanzierte Finanzchef Raja Akram.
Sewing hatte bei seinem Amtsantritt 2018 ein von Verlusten und Skandalen gebeuteltes Institut übernommen. Ab 2019 veränderte er das Geschäftsmodell dann grundlegend. Stellen wurden gestrichen, Kosten gesenkt und unrentable Geschäfte über Bord geworfen. Erklärtes Ziel ist es nun, das Geldhaus zum „europäischen Champion im Bankgeschäft“ zu formen. „Wir sehen große Chancen, diesem Ziel entscheidend näherzukommen“, schrieb Sewing nun in einem Brief an die Mitarbeiter.
Staatsanwaltschaft steht regelmäßig vor der Tür
Doch die Bank ist noch nicht frei von den Lasten der Vergangenheit. Das Geldhaus hatte zuletzt im Juli Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen – schon zum dritten Mal in diesem Jahr. Beamte hatten unter anderem die Zentrale der Bank und Räume der Postbank in Bonn durchsucht. Bei der Razzia ging es einem Insider zufolge um den Verdacht von „Cum-Cum“-Geschäften der Postbank.
Im September legte die Bank einen Schadenersatzstreit mit einem Ex-Manager außergerichtlich bei – Folge könne ein „kleiner finanzieller Effekt im dritten Quartal“ sein, erklärte das Geldhaus damals. Der frühere Mitarbeiter hatte die Deutsche Bank ursprünglich auf 152 Millionen Euro verklagt. Er warf dem Institut vor, seiner Karriere geschadet zu haben. Weitere ehemalige Beschäftigte fordern in ähnlichen Verfahren nochmals insgesamt rund 700 Millionen Euro.
Auch die großen US-Banken hatten im dritten Quartal ihre Gewinne teils deutlich gesteigert. Goldman Sachs und Citigroup hatten dabei ein größeres Plus eingefahren als erwartet, Branchenprimus JPMorgan hatte dagegen trotz eines Gewinnzuwachses die Markterwartungen verfehlt – Grund dafür war ein schwächeres Investmentbanking. Die Schweizer Großbank UBS Die Schweizer Großbank UBS steigerte ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal dank anziehender Erträge und sinkender Kosten um gut ein Viertel auf 3,6 Milliarden Dollar.
