Marktbericht
Neuer Optimismus im Technologiesektor sowie starke Zahlen der Deutschen Bank und BASF verheißen dem DAX einen positiven Tagesstart. Die Investoren haben aber auch wichtige Termine am Abend im Blick.
Die Zuversicht für Künstliche Intelligenz (KI) ist zurück: In Südkorea hat der Chiphersteller SK Hynix einen Rekordgewinn gemeldet. Der Anbieter von Hochleistungschips für KI-Speicher konnte sein Quartalsergebnis mehr als versiebenfachen. Der Konzern geht davon aus, dass die Nachfrage das Angebot noch bis ins Jahr 2030 übersteigen wird.
Das beflügelte die Märkte in Asien. Der südkoreanische Kospi gewann 6,6 Prozent, der japanische Nikkei 1,2 Prozent.
Schon an der Nasdaq hatten sich die amerikanischen Technologiewerte um 1,2 Prozent erholt. Dabei halfen eine Reihe von Finanzierungsankündigungen, wie etwa von Meta. Auch der geplante Börsengang des KI-Entwicklers Anthropic hat der Branche neuen Schwung verliehen.
Dem DAX verheißt das einen leicht höheren Börsenstart. Bereits am Mittwoch hatte der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent auf 25.590 Punkte zugelegt.
Auch erfreuliche Bilanzen aus dem DAX dürften den Markt stützen. Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal ihren Rekordkurs fortgesetzt und die Erwartungen übertroffen. Das Frankfurter Geldhaus schrieb von Juli bis September nach Steuern einen Gewinn von rund 1,9 Milliarden Euro. Das sind rund zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr könnte der DAX-Konzern das angestrebte Ertragsniveau von 33 Milliarden Euro nun sogar übertreffen, teilten die Bank weiter mit.
BASF hat im dritten Quartal dank höherer Preise und leicht gestiegener Mengen sein Ergebnis unerwartet deutlich erhöht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 15 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Damit übertraf der Chemiekonzern die Analystenerwartungen. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf knapp 16,4 Milliarden Euro. Angesichts der starken Entwicklung hob der Konzern erneut seine Jahresziele an: Für 2026 peilt BASF nun ein bereinigtes Ergebnis zwischen 7,4 und 7,8 Milliarden Euro an, nach zuvor 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro.
Die Fondsgesellschaft DWS hat im Sommer überraschend so viel Geld von Anlegern eingesammelt wie nie zuvor in einem Quartal. Unter dem Strich flossen den DWS-Fonds von Juli bis September 30,9 Milliarden Euro an frischem Geld zu, wie die Tochter der Deutschen Bank mitteilte. Allerdings legten Erträge und Gewinn im Jahresvergleich bei Weitem nicht so stark zu wie von Analysten im Schnitt erwartet.
Heute Abend steht dem KI-Boom bereits der nächste Härtetest bevor. Nach US-Börsenschluss veröffentlichen die Technologiekonzerne Alphabet und Microsoft ihre Quartalsberichte.
Daneben blicken die Investoren auf den heutigen Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Zwar dürften die Währungshüter den Leitzins unverändert lassen. Sie dürften aber Hinweise auf eine Zinserhöhung im Dezember geben.
