Behauptung zum Tag des AngriffsNetanjahu: Militärvertreter weckten mich am 7. Oktober absichtlich nicht
Israels Ministerpräsident Netanjahu behauptet seit Langem, dass der 7. Oktober 2023 anders verlaufen wäre, wenn er früher über den bevorstehenden Angriff der Hamas informiert worden wäre. Doch jetzt spinnt er seiner Erzählung kurz vor den Wahlen offenbar noch weiter.
Nach Verschwörungserzählungen seiner Frau zum 7. Oktober 2023 sorgt Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nun selbst mit neuen Behauptungen über den Tag des Terrorangriffs der Hamas für Aufsehen. Wie die „Times of Israel“ berichtet, sagte Netanjahu während eines Instagram-Livestreams, hochrangige Vertreter des israelischen Militärs und des Verteidigungsministeriums hätten sich am Morgen des Angriffs bewusst dafür entschieden, ihn nicht zu wecken, weil „sie wussten, dass ich als israelischer Premierminister sofort den Befehl erteilt hätte, das gesamte Militär in Alarmbereitschaft zu versetzen“.
Diese Äußerungen stellen der Zeitung zufolge eine Abänderung von Netanjahus früherer Behauptung dar, wonach sich die Ereignisse anders entwickelt hätten, wäre er vor Beginn des Angriffs geweckt worden – nun behaupte der Ministerpräsident zum ersten Mal, dass Verteidigungsbeamte ihn absichtlich im Unklaren gelassen hätten.
Netanjahu sagte dem Bericht zufolge, er hätte „alle Gemeinden geweckt, alle Sicherheitskoordinatoren geweckt und der Luftwaffe befohlen, bereit zu sein, jeden anzugreifen und zu töten, der sich dem Zaun [an der Grenze des Gazastreifens, Anm. d. Red.] nähert“.
Laut „Times of Israel“ hob Netanjahu den damaligen Shin-Bet-Chef Ronen Bar besonders hervor und warf ihm vor, aus Angst vor einer Eskalation mit der Hamas eine diskrete, mittlere Einsatzbereitschaft aufrechterhalten und umfassende militärische Maßnahmen vermieden zu haben.
Netanjahu weigert sich bis heute, die politische Verantwortung für die Vorfälle am 7. Oktober zu übernehmen, bei denen rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Diese legten erhebliche Mängel bei der israelischen Sicherheitsstruktur rund um den Gazastreifen offen.
Zuvor hatte bereits Netanjahus Frau Sara Verschwörungserzählungen zum 7. Oktober verbreitet. Knapp zwei Monate vor der Parlamentswahl in Israel deutete sie an, ein Oppositionspolitiker könnte im Vorfeld vom Überfall der Hamas gewusst haben.
